Der Trump-Putin-Gipfel: das Neue Paradigma in Aktion

Das historische Gipfeltreffen zwischen den Präsidenten Donald Trump und Wladimir Putin am 16.7. in Helsinki markiert einen Phasenwechsel in der Geschichte.

Die Präsidenten Trump und  Putin stellten sich nach einem zweieinhalbstündigen Gespräch unter vier Augen und einem Essen mit ihren Mitarbeitern der Presse. Beide sagten wörtlich, es wäre eine „Dummheit“ und „Gefahr“, zuzulassen, daß sich die Beziehungen zwischen den beiden größten Supermächten weiter verschlechtern. Nur durch Dialog und Kooperation könne man die Bedrohung durch Krieg, Radikalismus und Terrorismus abwenden und Lösungen für regionale Konflikte, Sicherheit im Internet u.a. finden. Auch die Differenzen - beispielsweise bezüglich des Iran und der Ukraine - wurden angesprochen und offen anerkannt, aber beide wollen die Kooperation bei den gemeinsamen Interessen vorantreiben.

Putin bemerkte in seiner Eingangserklärung: „Die gegenwärtigen Spannungen, die gespannte Atmosphäre, hat im wesentlichen keinen triftigen Grund. Der Kalte Krieg ist ein Ding der Vergangenheit. Die Ära der akuten ideologischen Konfrontation zwischen den beiden Ländern ist ein Ding der fernen Vergangenheit...“ Er schlug vor, drei Expertengruppen zu bilden, um Lösungen für fundamentale Fragen zu suchen: eine zu Cyber- Angelegenheiten (um den Vorwürfen angeblicher russischer Einmischung in die US-Wahlen auf den Grund zu gehen), eine für Unternehmer, um die wirtschaftliche Kooperation zu fördern, und eine dritte von politischen und Militärexperten, um Wege zur Verbesserung der Beziehungen zu suchen.

Trump sagte in seiner Erklärung, er sei entschlossen, „die stolze Tradition der mutigen amerikanischen Diplomatie fortzusetzen. Seit den frühesten Tagen unserer Republik haben amerikanische Staatsmänner verstanden, daß Diplomatie und Engagement Konflikten und Feindseligkeiten vorzuziehen sind.“ Das Verhältnis zwischen den beiden Nationen sei zuletzt „schlechter  denn je“ gewesen. „Aber das hat sich geändert - vor etwa vier Stunden. Ich würde lieber ein politisches Risiko im Streben nach Frieden eingehen, als im Streben der Politik den Frieden zu riskieren.“

Zu den wichtigen internationalen Fragen, über die sie sprachen, gehörten der Iran, die Ukraine und die Fortschritte in Korea, die beide Präsidenten begrüßten. In Bezug auf Syrien äußerten sich beide zufrieden über den Sieg gegen den Islamischen Staat, betonten jedoch auch die Notwendigkeit humanitärer Hilfe für das Land und der Schaffung von Bedingungen, unter denen Flüchtlinge zurückkehren können.

Trump und Putin vereinbarten regelmäßige Treffen der Nationalen Sicherheitsräte der USA und Rußlands, um die bei dem Treffen besprochenen Fragen weiter zu behandeln. Und schon vor ihrem Treffen hatte Trump vor Journalisten darauf hingewiesen, daß beide Staatschefs „mit unserem gemeinsamen Freund Xi Jin ping“ zusammenarbeiten.

Alle friedliebenden Bürger der Welt werden einen solchen Dialog und den Abbau der Spannungen begrüßen, nicht so aber die Kräfte, die die unipolare Welt und ihr vor dem Zusammenbruch stehendes transatlantisches Finanzsystem aufrechterhalten wollen.
Angesichts der verbreiteten Hysterie in den Berichten der Mainstream-Medien ist den Leserinnen und  Lesern zu raten, sich die Pressekonferenz der beiden Präsidenten selbst anzuschauen und/oder die Transkripte zu lesen.

https://deutsch.rt.com/live/73030-live-gemeinsame-pressekonferenz-trump…

 


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Caroline Hartmann redigiert den wöchentlichen Newsletter des Schiller-Instituts e.V., aus dem dieser Text entnommen ist. Das Schiller-Institut mit Sitz in Laatzen bei Hannover wurde 1984 gegründet und wendet sich «gegen die trotzigen Anmassungen der Fürstengewalt» (Schiller).

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