Goldeimer: Tue Gutes und rede darüber!

In Ouagadogou, der Hauptstadt von Burkina Faso, ging dem Kieler Studenten 2011 ein Licht auf. Eine schwere Durchfallerkrankung machte Goldeimer Gründer Malte schlagartig klar, welche Folgen fehlende Sanitärsysteme haben.  Dass er seine Projektreise mit der Welthungerhilfe und „Via con Agua“ deswegen abbrechen musste, ließ ihn nicht mehr los.  

Funktionierende Sanitärsysteme, das hatte er verstanden, sind für unser aller Gesundheit unverzichtbar. Über 500 000 Kinder sterben jährlich an Durchfall. Weitere 1,7 Milliarden erkranken einmal im Jahr daran. Die WHO geht davon aus, dass insgesamt  2,3 Milliarden Menschen weltweit der Zugang zu einer vernünftigen Sanitärversorgung fehlt.

Zurück in Deutschland fragte er sich, ob man das Problem nicht irgendwie lösen kann. Da fiel ihm sein Freund Markus ein. Der Berliner hatte ihm erst kürzlich stolz seine Komposttoilette präsentiert.

„Geh’ mal mit dem Kopf ganz nah ran und riech’ dran. Na? Riecht nicht, oder?”, hatte er gesagt. Die Aufforderung, den Kopf in die Kloschüssel zu halten, fand Malte schon absurd genug. Noch absurder war aber, dass gegenüber der Komposttoilette eine anderes, „normales“ WC stand.  „Irgendwas ist hier nicht ganz richtig“, dachte er, „aber egal. Berlin halt. Freaks halt.“

Malte schrieb seine Bachelor-Arbeit über alternative Sanitärsysteme. Dann bewarb er sich beim yooweedoo-Ideenwettbewerb.  Wenig später stand er mit seinen Kommilitonen Jan, Hannes, Rolf und Jojo auf dem Campingplatz vom  Splash-Festival in Gräfenhainichen. Neben ihnen ein schrottreifer VW Bus, eine Kiste Bier und zwei Komposttoiletten aus Holz, die er und seine Freunde wochenlang in den Hallen der ehemaligen Muthesius Kunsthochschule in Kiel zusammengezimmert hatten. Ihr Ziel: Sie wollten das beste, nachhaltigste, sauberste und schönste Klo aufstellen, dass es jemals auf einem deutschen Festival gab.

Das Feedback, das sie bekamen, war so überwältigend, dass sie weitermachen wollten. Zusammen mit Viva con Agua wurde eine Goldeimer gGmbH gegründet. Sie will dem Thema Sanitärversorgung ein positives Image geben, dem Thema mehr Aufmerksamkeit verschaffen, und die Sanitärprojekte der Welthungerhilfe weltweit co-finanzieren.

 

 

Seit fünf Jahren touren die Goldeimer-Jungs (und Mädels) mit bis zu 80 Toiletten durch die Festivalrepublik. Und seit fünf Jahren erzählen sie den Festivalbesuchern, dass ein Klo ohne Wasser das bessere Klo ist. Denn der menschliche Stoffwechsel-Output – gemischt mit Sägespänen – ist hervorragender Dünger.  Und die Welt braucht inzwischen ganz dringend nicht nur die Nährstoffgehalt, sondern auch den Phosphat, den wir ausscheiden.

Was macht also mehr Sinn,  als mit Komposttoiletten den Einsatz an teurem Kunstdünger zu reduzieren, und der Natur die kostbaren Phosphat zurückzugeben, das für die Bodenfruchtbarkeit so unverzichtbar ist? Die Goldeimer-Welthungerhunger-Projekte werden durch den Verkauf von Goldeimer Toilettenpapier mit finanziert. Ähnlich wie der Trinkwassserhersteller Con Agua geht der Erlös des Goldeimer-Papiers an sinnvolle Projekte in aller Welt.