Aus der syrischen Zivilgesellschaft

Seit 2011 macht sich der deutsche Verein «Adopt a Revolution» zur Aufgabe, die Zivilgesellschaft in Syrien zu unterstützen. Das wird im Anbetracht des anhaltendes Krieges immer schwieriger

 

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«Der Projektbericht für unser Frauenzentrum ist noch nicht fertig», schrieb uns vor Kurzem die Aktivistin Huda aus Ost-Ghouta. «Was machen wir, wenn mir etwas passiert?» Aufgrund des pausenlosen Bombardements durch das Assad-Regime und Russland sitzt sie im Luftschutzkeller, eng zusammengedrängt mit zahllosen anderen. Zur Lage in Ost-Ghouta haben wir für Sie ausführliche Hintergrundinformationen aufbereitet.
Lesen oder bestellen Sie unser Hintergrundpapier

Zwar benötigen wir Nachweise darüber, was unsere PartnerInnen mit unserer finanziellen Unterstützung machen – für das Finanzamt genauso wie für unsere SpenderInnen und UnterstützerInnen. Doch angesichts der Barbarei, die wir tagtäglich durch den engen Kontakt nach Ost-Ghouta miterleben, sind uns Projektberichte aus der Region derzeit herzlich egal.  Unsere Sorge gilt dem Überleben unserer Partnerinnen und Partner und all unsere Mühen gelten dem Anliegen, hierzulande aufzurütteln und Fakten zu verbreiten – damit sich die Öffentlichkeit hier nicht vor der Realität in Ost-Ghouta wegducken kann.

Gerade als unser Hintergrundpapier fertig war, beschloss der UN-Sicherheitsrat eine Waffenruhe für Syrien. Doch statt der erhofften Entspannung folgte eine massive Eskalation: Mit ihrer Offensive gegen Ost-Ghouta haben die syrische Armee und ihre russischen Verbündeten die fast 400.000 Belagerten auf noch engerem Raum zusammengedrängt, die Opferzahlen sind nochmals deutlich gestiegen. Und die Hilfskonvois der UN, die die Waffenruhe möglich machen sollte, konnten wegen des anhaltende Beschusses nur einen Bruchteil der benötigten Hilfe liefern

Zwei Wochen nach der UN-Resolution für eine Waffenruhe zeigt sich: Die russische Regierung und das von ihr protegierte Assad-Regime haben die internationale Gemeinschaft ein weiteres Mal verhöhnt und einfach weitergebombt. Angesichts dessen fragen unsere PartnerInnen und wir: Was tut die Staatengemeinschaft, was tut die Bundesregierung?

Schauen Sie sich unsere Bilanz zu zwei Wochen UN-Resolution an!

Doch nicht nur das Assad-Regime und seine russischen Verbündeten treten die Waffenruhe des UN-Sicherheitsrats für Syrien mit Füßen: In den letzten Tagen hat das türkische Militär seine Angriffe auf den kurdischen Kanton Afrin intensiviert und die Stadt Afrin eingeschlossen. Auch hier droht eine Belagerung von Hunderttausenden ZivilistInnen, die ohne Wasserversorgung und abgeschnitten von Hilfsgütern in der Stadt ausharren – und ein Massaker befürchten müssen. Es ist skandalös, wie leise die Kritik der europäischen Regierungen an diesen offensichtlichen Brüchen der UN-Resolution ausfällt!

Wie es in Afrin und in Ost-Ghouta weitergeht, wissen wir nicht – für einen hoffnungsvollen Schluss gibt es in diesem Newsletter keinen Anlass. Aktuell ist nicht mal klar, ob unsere PartnerInnen in Ost-Ghouta überhaupt weiter an ihren Projekten werden arbeiten können. Wir wissen aber eines: Dass sie gerade in diesem Augenblick all unsere Solidarität verdienen. Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, was sie in ihrer Situation unterstützen kann. Wenn Sie dazu einen Teil beitragen können, sind wir dankbar.

Stärken Sie zivile Projekte in Syrien mit Ihrer Spende!

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17. März 2018
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