Auszeichnung für Mut-Macher

Am 8. September 2017 wurde zum fünften Mal der One-World-Award verliehen. Wir wollen es nicht versäumen, die Gewinner noch nachträglich vorzustellen.

Gewinner, die Mut machen: Verleihung des One-World-Award im Allgäu

Unsere Welt besser und fairer zu gestalten und als Lebensgrundlage für alle zu erhalten, das beschäftigte den deutschen Bio-Pionier und Gründer von Rapunzel Naturkost Joseph Wilhelm lange Zeit. Um Menschen zu würdigen die genau das tun, rief er den One World Award ins Leben. Am 8. September 2017 wurde er in Legau im Allgäu bereits zum fünften Mal verliehen. Er wird alle drei Jahre in Zusammenarbeit mit dem Weltdachverband der Bioorganisationen IFOAM an fünf Mutmacher vergeben. Die diesjährigen Gewinner sind:

1. Ministerpräsident Shri Pawan Chamling, dem es in zwölf Jahren gelang, die gesamte Landwirtschaft von Sikkim in Indien auf Bio umzustellen. Diese wurde nicht einfach «von oben» angeordnet, sondern mithilfe kluger Strategien umgesetzt. Etwa, indem der Staat Subventionen für Düngemittel kürzte und in Bildungsprogramme für Landwirte investierte. Im Januar 2016 rief der indische Premierminister Sikkim als ersten, vollständig auf Bio umgestellten Bundesstaat Indiens aus. Eine Botschaft für die ganze Welt, dass 100 Prozent Bio möglich ist.

2. Die weltweiten Hochschulen United World Colleges verstehen sich als Bildungsbewegung, die Menschen, Nationen und Kulturen verbindet und eine friedliche, nachhaltige Zukunft erschafft. Von den 16 verschiedenen Institutionen wurde jene in Freiburg, Deutschland, und Pune, Indien, nominiert. Der vergebene Preis würdigt vor allem das Engagement junger Menschen, denn sie sind Schlüsselfaktoren für die Umgestaltung unseres Planeten.

3. Martha-Jean Shamiso Mungwashu ist Mitbegründerin des Fair Trade Support Network in Simbabwe (FSNZ). Da landwirtschaftliche Arbeit im Land hauptsächlich von Frauen erledigt wird, hat Shamiso Frauengruppen gegründet, die ihr eigenes Einkommen generieren können, etwa durch das Sammeln von zertifizierten Wildpflanzen wie Papayablätter.

4. Amin Babayev, gilt als Seele der Bio-Bewegung in Aserbaidschan. Der Professor für Landwirtschaft gründete 1996 GABA (Ganja Agro-Business Association), die erste Organisation für Öko-Bauern in seiner Heimat, der er bis heute als Präsident vorsteht. Insgesamt praktizieren in Aserbaidschan etwa 5’000 Landwirte Öko-Landbau auf 25’000 Hektar.

5. Der Palästinenser Nasser Abufarha gründete 2004 das Unternehmen Canaan Fair Trade. Damit holte er vor allem Bauern auf den internationalen Markt, die unter dem dramatischen Preiszerfall des Olivenöls durch den Konflikt litten. Heute profitieren mehr als 1’500 Menschen von seinem Engagement. Nasser ist überzeugt, dass wirtschaftliche Unabhängigkeit eine grundlegende Basis für einen Frieden in Palästina darstellt.

www.one-world-award.de

29. Oktober 2017
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