Blase der Unternehmensschulden kann jederzeit einen Finanzkrach auslösen

Früher war es üblich, dass Zentralbankchefs sich nur einmal im Jahr öffentlich äussern. Seit dem Crash 2008 vergeht kaum eine Woche, in der sie nicht den „Märkten“ etwas sagen oder Regierungen Befehle erteilen.

Was sich jedoch nicht geändert hat, ist das Understatement in ihren Formulierungen, wann immer ein grosses Problem das System gefährdet.
Der Weltwährungsfonds (IWF) ist keine Ausnahme. Wenn der auf seinem IMF Blog öffentlich warnt, die fremdfinanzierte Kreditvergabe an Unternehmen sei eine Blase, die kurz vor dem Platzen steht, sollte man das daher ernst nehmen. In unserem Nachrichtenbrief warnen wir schon seit Mai-Juni 2017, dass hier die grösste Gefahr eines neuen, noch grösseren Finanzkrachs lauert.

Der IWF bezieht sich hier auf die Kredite an schon überschuldete Unternehmen, die einen wachsenden Teil der Blase der Unternehmensschulden von insgesamt 14-15 Bio. $ ausmachen – u.a. wegen eines „umgedrehten Carry Trade“, den die steigenden Zinsen in den USA auslösen.
Vorher hatte die US-Zentralbank Federal Reserve im Rahmen der „Quantitativen Erleichterung“ ein Jahrzehnt lang Unmengen von Geld gedruckt, das gleich wieder aus den USA u.a. nach Brasilien, Südafrika oder über Hongkong in umfangreiche Rohstoffspekulation in China abfloss.

Nachdem nun die Federal Reserve die Zinsen anhebt und die Steuern plötzlich sinken, werden die USA selbst auf einmal ein interessantes Ziel für Anleger. Es strömten buchstäblich Billionen zurück in die USA, vor allem im laufenden Jahr.
Das hat die Blase der Unternehmensschulden gefährlich aufgebläht, und sie kann jederzeit platzen, wie immer mehr Beobachter warnen.

Diese Gefahr ist so gross, dass die USA, China, Russland und Indien (die EU schliesst sich mit ihren Prinzipien bisher selbst aus) sich zusammentun und eine Vereinbarung über die notwendigen Massnahmen treffen müssen. Der erste Schritt muss sein, die Geschäftsbanken in Sicherheit zu bringen, indem man sie durch ein neues Glass-Steagall-Gesetz von den Investmentbanken trennt.

Das können die USA auch allein tun, dann könnten die „systemrelevanten“ Banken die Regierungen nicht mehr erpressen, das Spielkasino des Finanzsystems weiter aufrechtzuerhalten. Danach können sich die vier Mächte treffen, um ein globales Kreditsystem nach dem Vorbild von Bretton Woods zu schaffen.

 

_____________________________
Caroline Hartmann redigiert den wöchentlichen Newsletter des Schiller-Instituts e.V., aus dem dieser Text entnommen ist. Das Schiller-Institut mit Sitz in Laatzen bei Hannover wurde 1984 gegründet und wendet sich «gegen die trotzigen Anmassungen der Fürstengewalt» (Schiller).


Der Newsletter kostet 250 € im Jahr. Er wird vom E.I.R.-Verlag herausgegeben, zu bestellen bei: Caroline Hartmann, c.hartmann@eirna.com