Früher Beton, heute Bäume

Es sind Archivaufnahmen, die den Wandel des im Herzen von Athen gelegenen Parko Navarinous aufzeigen. Rund 100 Personen besetzten den damaligen Parkplatz im Jahre 2009. Nach und nach wurde der Beton aufgebrochen, erste Bäume angepflanzt und ein Spielplatz gebaut. Heute ist der grüne Park ein wichtiger Treffpunkt im Quartier und steht als Beispiel für die Möglichkeit, neue Lebensbedingungen zu schaffen.
Drei Monate lang lebten die vier jungen Filmemachenden Jonas Eichhorn, Stella Kalafati, Clara Stella Hüneke und Lukas Link in Athen und dokumentierten das Leben rund um den Park. Dabei entstanden ist nun ein 30-minütiger Film. Ziel sei es gewesen, Geschichten aufzuzeigen, die mit der gesellschaftlichen Normalität brechen und in der Berichterstattung über Griechenland oftmals weggelassen würden: «Der Parko Navarinou ist eine solche Realität, eine, die sich der Misere des Kapitalismus und der zugehörigen Krise (entgegen)stellt, indem sie ein Stück Athener Stadtleben selbstorganisiert», schreibt das Filmteam auf seiner Homepage. So porträtiert Parko verschiedene beteiligte Personen, ist bei kulturellen Anlässen oder auch Versammlungen mit dabei und zeigt so auf, dass der Zweck dieses offenen Raumes immer wieder neu verhandelt wird und sich dieser folglich kontinuierlich wandelt. «Im Park fühlt man sich als Teil dieser Welt, in der man ansonsten, wegen der sozialen Umstände, fremd ist», erklärt eine Beteiligte.
Der Film betrachtet das Geschehen nicht aus einer kritischen Distanz heraus und vielleicht wird es auch gerade dadurch erst möglich, so tief in die Welt des Parko Navarinous einzutauchen. Man merkt, dass sich das Filmteam über lange Zeit hinweg mit diesem Ort auseinandergesetzt und dabei auch reale Beziehungen zu verschiedenen Beteiligten aufgebaut hat.  

Zurzeit ist Parko auf Tournee an verschiedenen Orten in Deutschland und Österreich. Anfragen für Filmvorführungen in der Schweiz können via parkofilm@mail.de gemacht werden. Das Filmteam freut sich über weitere Vorführungen und ist gerne auch bei anschliessenden Diskussionen mit dabei.

www.parkofilm.net

 

02. September 2017
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