Glücklicher, wohlhabender und fruchtbarer: Großzügigkeit und Selbstlosigkeit wird belohnt

Großzügige und selbstlose Menschen sind glücklicher. Dieser Zusammenhang wurde in der Vergangenheit schon mehrfach belegt. Jetzt gibt es starke Argumente dafür, dass sie auch mehr verdienen und mehr Kinder haben.

Baul Barthel - Glückliche Kinder cc

Ein Team, rund um den Forscher Kimmo Eriksson von der Universität Stockholm, hat starke Belege dafür gefunden, dass soziales Bewusstsein nicht nur gut fürs Wohlbefinden ist, sondern ausserdem auch noch mit Einkommensgewinnen und Kinderreichtum einhergeht. Im Journal of Personality and Social Psychology belegen die Forscher diese These mit fünf Studien, die sich mit solchen Zusammenhängen beschäftigen. Sie analysierten vier umfangreiche Datensätze, darunter auch eine repräsentative Langezeit-Stichprobe britischer Haushalte. Die Forscher setzen die Befragungsergebnisse von Briten zu altruistischem Verhalten aus dem Jahr 2010 ins Verhältnis zur Einkommensentwicklung und der Kinderzahl in 2016.

Der Altruismus der Befragten wurde anhand der Spendenbereitschaft für wohltätige Zwecke und dem Zeitaufwand für ehrenamtliche Tätigkeiten gemessen. Die Forscher fanden heraus, dass  altruistische Briten mehr Kinder und ein höheren Zuwachs an Einkommen hatten, als ihre selbstsüchtigeren Zeitgenossen. 

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine amerikanische Studie mit Daten aus dem Panel Study of Income Dynamics. In dem untersuchten Zeitraum von 14 Jahren, hatten die „Altruisten“  sowohl die meisten Kinder, als auch das höchste Einkommen. In beiden Studien war der Einkommenszuwachs allerdings bei den "moderat" sozialen Menschen am höchsten. Höher als bei der Gruppe der "extremen Altruisten". Die Wissenschaftler erklären dies wie folgt: "extreme Altruisten" sind öfter mit Jobs zufrieden, die es ihnen erlauben, direkt zu helfen. Diese Jobs sind aber schlecht bezahlt.

Die Forscher erklären den Kinderreichtum der gemäßigten Altruisten wie folgt: Egoistische Menschen haben öfter „Beziehungen von geringerer Qualität“. Das führt dazu, dass sie „weniger Möglichkeiten haben, Kinder zu bekommen“. 

Außerdem haben sie keine Lust auf die hohen Ausgaben und den persönlichen Verzicht, der mit Kindern einhergeht.

Dass Altruisten mehr Kinder haben, halten sie für keinen Beweis dafür, dass sich die Menschheit als Ganzes altruistischer wird. Die Verbreitung des Altruismus-Gens sei nicht entscheidend.  Normen, Institutionen und andere psychologische Faktoren hätten einen ganz entscheidenden Einfluss darauf, wie egoistisch Gesellschaften sind.