Hinsetzen, Ruhe bewahren, nachdenken

Wer noch nie aufgestanden ist, kann sich wieder hinsetzen. Aber die, denen die Füße vom langen Stehen schon wehtun, denen möchte ich empfehlen, die Ruhe zu bewahren und zu ergründen, ob links und rechts die Koordinaten sind, die uns heute wirklich weiterbringen.

Von Juanedc from Zaragoza, España - Le PenseurUploaded by juanedc, CC BY 2.0, wiki commens

Es gibt  soziale „Rechte“ und ausgesprochen unsoziale Linke. Man kann als Rechter heute gegen den Kapitalismus sein aber für soziale Marktwirtschaft,  gegen Globalisierung und für die Verteidigung von Grenzen. Und man kann als Sozialdemokrat und als Grüner neoliberale Politik machen und für die Globalisierung streiten. Und man kann als Linke die Rechte der „Arbeiterklasse“ verteidigen, indem man die Zuwanderung bekämpft und für Europa.  

So ausgehöhlt wie diese Begriffe heute sind, reichen sie nicht mehr als Ordnungsrahmen. Wichtiger noch: In the long run sind sie auch nicht entscheidend. Wir brauchen mehr als ein bisschen links, wir brauchen einen Paradigma Wechsel im Denken und Fühlen – eine neue Ordnung.  In der Wirtschaftstheorie und in der Politik. Es gibt nichts Wahres im Falschen, sagte Adorno und Berthold Brecht merkte an: Die Bourgeoisie mag von ihrem Standpunkt aus gesehen Recht haben. Das Unrecht besteht in ihrem Standpunkt. So gesehen müssen wir zwei Dinge vom Kopf auf die Füße stellen:  Unsere Wirtschaftstheorie und unser Naturverhältnis. Beides hängt eng zusammen. Die Mainstream Wirtschaftsökonomie versagt nicht, weil sie nicht keynsianistisch  genug ist, sondern weil sie die Produktivität der Natur und alle andere notwendige reproduktive und sorgenden Tätigkeiten wertlos erscheinen lässt und Kapital und Technik überbewerten.

Das alle kann nur anders werden, wenn wir aufhören das Ziel und den Zweck des Wirtschaftens zu verwechseln. Geld und Wirtschaftswachstum sind ein Mittel um die Bedürfnisse von Menschen zu befrieden, kein Zweck. Ein Markt, der keinen Ordnungsrahmen hat und die Gier anstelle des Gemeinwohls an die erste Stelle setzt, zerstört die eigenen Grundlagen. Nur wenn wir die Wirtschaft wieder einbetten Ordnungs- und Werte-Rahmen der das Leben an die erste Stelle setzt, ist eine gute Zukunft möglich. Das ist weder rechts noch links. Das ist zwingend erforderlich. Mit der Natur – und der Physik – kann man nicht diskutieren. Und weil sie immer Recht behält, braucht sie auch endlich Rechte. Wir müssen neue denken. Ich empfehle daher eine Sammlungsbewegung für die Rechte der Natur und für  vorsorgendes Wirtschaften. Anknüpfungspunkte dafür liefert: www.rechte-der-natur.de.

22. August 2018
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