Natur + Smartphone = Parkplatz

Ein Aufenthalt in der Natur stellt die Fähigkeit, aufmerksam zu sein wieder her. Wer dabei aber soziale Medien auf dem Smartphone verfolgt oder Mails bearbeitet, dem nützt die Pause nichts, selbst inmitten von Bäumen.

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Die allermeisten Tätigkeiten erfordern Aufmerksamkeit. Dabei filtert das Gehirn alle störenden Eindrücke aus der Umgebung, damit wir uns konzentrieren können. Nach einer gewissen Zeit muss das Aufmerksamkeitsvermögen allerdings wiederhergestellt werden. Die Forschung hat gezeigt, dass ein Aufenthalt in der Natur bestens dafür geeignet ist. Offenbar sind die Eindrücke, die denen uns die Natur beglückt, so willkommen, dass sich die Sinne wieder öffnen und man ganz aufmerksam für die Umgebung wird.

Darf man bei einer solchen Pause aber das Smartphone oder den Laptop benutzen? Dies wollten William Sullivan und Bin Jiang, Professoren für Landschaftsarchitektur an den Universität Illinois bzw. Hongkong wissen und baten 81 Freiwillige zum Test. Zuerst mussten sie eine Aufmerksamkeitsprüfung absolvieren, Korrektur lesen und Rechenaufgaben lösen. Dann wurden sie für eine viertelstündige Pause nach dem Zufallsprinzip in vier Gruppen eingeteilt. Je zwei Gruppen durften in die Natur und an einen öden Ort mit Blick auf einen Parkplatz, eine Gruppe jeweils mit der Erlaubnis, den Laptop oder das Smartphone für private Zwecke (nicht für Arbeit) zu nutzen.

Nach der Pause gab es einen weiteren Aufmerksamkeitstest. Das Ergebnis war klar: Nur die Teilnehmer, die in der Natur nichts taten, konnten ihr Aufmerksamkeitsvermögen wiederherstellen. Ein Naturaufenthalt mit Beschäftigung mit einem elektronischen Gerät ist etwa gleich erholsam wie eine Pause am Rande eines Parkplatzes. Sullivan und Bin Jang wollen die Erkenntnisse nun für die Gestaltung von Parks und Gärten der Erholung einsetzen. Man kann den Menschen die Verwendung elektronischer Geräte zwar nicht verbieten, aber man kann die Naturumgebung so anregend machen, dass man das Internet vergisst – mit fliessendem Wasser oder Schmetterlingswiesen zum Beispiel.

Quelle: University of Illinois