Arbeitsklima: Zwei Drittel sind demotiviert

Eine zu geringe Mitarbeiterbindung kostet die deutsche Wirtschaft im Jahr rund 20,4 Mrd. Euro, wobei Innovationen gehemmt, das Wirtschaftswachstum geschwächt sowie betriebliche Zukunftschancen negativ beeinflusst werden. Zu diesem Ergebnis kommt das unabhängige Marktforschungsinstitut IFAK im vor kurzem veröffentlichten Arbeitsklima-Barometer 2007. "Erstaunlicherweise ist nicht die Entlohnung das Hauptkriterium für die schwache Mitarbeiterbindung in deutschen Unternehmen. Bei den von uns befragten 1.978 Arbeitnehmern kamen wir zu dem Schluss, dass die Verbundenheit der Beschäftigten vielmehr von der Gestaltung ihres Arbeitsumfelds durch Vorgesetzte abhängt", sagte IFAK-Senior-Consultant Marco Nink.

Im Detail ergab die Untersuchung, dass sich fast zwei Drittel (63 Prozent) nur mäßig mit ihrem Arbeitgeber verbunden fühlen. Noch gravierender ist, dass mit 22 Prozent gut ein Fünftel über keine Bindung zum Arbeitgeber verfügt und bereits innerlich gekündigt hat. Nur ein Siebtel (15 Prozent) bekundet hingegen eine hohe Arbeitgeberverbundenheit.

Neben der Gestaltung des Arbeitsumfelds ist vor allem die Art und Weise des unternehmensinternen Informationsflusses ausschlaggebend. Bei den Arbeitnehmern mit keiner Bindung fühlt sich nicht einmal einer von zehn Beschäftigten über Neuigkeiten im Unternehmen optimal in Kenntnis gesetzt. Auch bei der Gruppe mit hoher Mitarbeiterbindung sind es sechs von zehn Personen. "Die Mitarbeiterbindung könnte in Unternehmen erheblich gesteigert werden, wenn zur Arbeit der Beschäftigten häufiger ein Feedback, Lob oder Anerkennung folgen würde", unterstreicht Nink. Die Studie verdeutlicht auch, dass die Folgen für Unternehmen bei einer nur mäßig ausgeprägten Mitarbeiterbindung teilweise dramatisch sein können. "Würde es ein Unternehmen mit 500 Beschäftigten schaffen, die 22 Prozent der Belegschaft ohne Mitarbeiterbindung durch entsprechende Maßnahmen um nur fünf Prozentpunkte auf 17 Prozent zu drosseln, erwüchse daraus ein finanzielles Einsparungspotenzial von rund 100.000 Euro pro Jahr", so der Experte.

Dies scheint aus ökonomischen Gründen sinnvoll, da Unternehmen mit 500 Mitarbeitern aufgrund "ungewollter Fluktuationen" mit effektiven Verbesserungen des Arbeitsklimas rund 600.000 Euro an Kosten im Jahr einsparen könnten, gibt Nink zu bedenken. Nicht zuletzt befördert eine hohe Bindung der Beschäftigten an "ihr" Unternehmen auch die Innovationskraft. Erwerbstätige mit einer hohen Bindung zum Arbeitgeber bringen durchschnittlich 19,6 Ideen und Verbesserungsvorschläge im Jahr ein, während Mitarbeiter ohne jegliche Bindung im Schnitt nur 8,9 Vorschläge im Vergleichszeitraum "produzieren". Von der Mitarbeiterbindung profitiert das Unternehmen letztlich aber auch hinsichtlich des Empfehlungsmarketings bei Produkten und Dienstleistungen über die Arbeitszeit hinaus.


Quelle: pressetext.deutschland
18. Juni 2007
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