Bio-Garnelen erhalten Lebensräume

Garnelen-Monokulturen verseuchen das Wasser mit Hormonen und Medikamenten, bringen Krankheiten und machen Küstenwälder zu Salzwüsten. Nachhaltige Garnelen-Produktion hingegen schützt Mangrovenwälder.


In den letzten fünf Jahren hat sich der Import von Garnelen nach Deutschland verdoppelt. Allein 2007 wurden 31 Prozent mehr eingeführt als im Vorjahr. Das bleibt nicht ohne Folgen für die Umwelt: "Die Mangrovenwälder an den Küsten des indischen Ozeans werden zerstört. Ein Viertel ging in den letzten 20 Jahren durch menschlichen Einfluss verloren", erläutert Friedrich Esser, Geschäftsführer der Firma International Fish Farming Technology (IFFT). Mit der Firma Sander Aquarientechnik will IFFT nun eine umweltschonende Setzlingszucht der Black-Tiger-Garnele aufbauen und sie in die natürlichen Zuchtgebiete zurückführen. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hilft mit knapp 280’000 Euro.

Gigantische Filteranlagen
Neben Korallenriffen und den tropischen Regenwäldern zählen Mangrovenwälder zu den produktivsten Ökosystemen der Erde. Sie bestehen aus Bäumen und Sträuchern 70 verschiedener Pflanzenarten, die sich an tropischen und subtropischen Meeresküsten und brackigen Flussmündungen ansiedeln, wo sie dem Wasser täglich bis zum Kronenansatz ausgesetzt sind. An diese Lebensbedingungen haben sie sich gut angepasst: Mangroven sind gigantische Filteranlagen. Sie nehmen überschüssige Nährstoffe auf und entlasten Küstengewässer, indem sie Salz in ihre Zellen einlagern. Einige können wie Kakteen Wasser speichern, um die hohe Salzkonzentration zu verdünnen.

Kinderstube der Ozeane
In den Baumkronen der Mangroven leben Reptilien und Säugetiere. Wasservögel haben dort ihre Nester. Die Wurzeln bieten Fischen, Muscheln und Krabben einen sicheren Lebensraum und ihren Larven und Jungtieren beste Bedingungen. Deshalb werden Mangroven auch als Kinderstube der Ozeane bezeichnet. Auch für Menschen sind sie lebensnotwendig: Sie bieten Schutz gegen Küstenerosion, Flutwellen und Tsunamis.


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