Christlicher Sender will die Jugend

Mit Musikvideos, Porträts von Extremsportlern, Popstars oder Entwicklungshelfern und trendigen online-Angeboten wirbt der deutsche Sender Tru:TV für patriarchalische Werte und Lebensweisen.

Der junge Ableger von Bibel.TV namens tru:TV kämpft damit, seine junge Zielgruppe zu erreichen. Der Sender setzt auf neue Medien, um 16- bis 29-jährige Seher anzusprechen und nutzt dabei vor allem das Internet. Auf seiner Homepage kann man das Programm als Livestream verfolgen und in Foren und Chats Diskussionen führen. Anleihen an ein Social Network nimmt der TV-Sender, indem er seinen Homepage-Besuchern die Möglichkeit bietet, sich anderen vorzustellen. Zuschauerzahlen veröffentlicht der sechs Monate alte Sender noch nicht. "Die Zugriffe auf die Internetseiten steigen allerdings an", zeigt sich Geschäftsführer Bernd Merz gegenüber der Zeitung "Die Welt" von seiner Strategie überzeugt.

Jugendliche bekommen auf tru:TV vor allem Musikvideos geboten, in denen manchmal auch Prediger auftauchen. Diese Videos sind der Hauptgrund, warum Jugendliche den TV-Sender, der über Satellit empfangbar ist, überhaupt einschalten. Außerdem sendet tru:TV Porträts von Extremsportlern, Popstars oder Entwicklungshelfern. Die junge, zehnköpfige Redaktion des Senders leitet Bernd Merz, der jahrelang als Rundfunkbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) das "Wort zum Sonntag", die quotenstärkste kirchliche Sendung im deutschen Programm, verfasst hat. Sein Ziel sei, Jugendliche dort abzuholen, wo sie gerade im Leben stehen und ihnen bei der Orientierung in der Welt zu helfen. Dabei setzt er auch auf Themen, die bei den Sehern nicht immer auf Akzeptanz stoßen. So provozierte eine von der Redaktion angestoßene Online-Diskussion über die Castingshow "Germany's Next Top-Model" heftige Kritik, der Sender begebe sich auf zu tiefes Niveau.

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http://www.pressetext.ch/pte.mc?pte=080623004
25. Juni 2008
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