Deutsche Bio-Verbände halten Krisengipfel ab

Steigende Importe, zu wenige Anbauflächen und der Einstieg von Lidl - die Öko-Branche befindet sich im Umbruch.

Der Tagungsort war treffend gewählt. Schließlich hat in München die Biosupermarktkette Basic ihren Sitz. Und seit dort der Discounter Lidl eingestiegen ist, brodelt es in der Branche. Gestern haben sich Vertreter der größten Öko-Anbauverbände zu einer Art Krisengipfel in München getroffen. Wie zu erwarten, war auch der Lidl-Einstieg Thema.

Der Anbauverband Bioland zeigte Verständnis, dass sich die Bio-Kette Kapital von außen besorgt. Gleichzeitig warnte der Verband Basic davor, sich von Lidl in die Unternehmenspolitik reinreden zu lassen. "Es wäre ein großer Fehler, wenn Basic jetzt Billig-Bio machen würde", sagte Bioland-Vertreter Gerald Wehde.

Mit 25 Märkten ist Basic die zweitgrößte deutsche Biokette nach Alnatura. Die Lidl-Schwarz-Gruppe hält bereits 23 Prozent der Anteile und strebt nun eine Mehrheitsbeteiligung an. Das beunruhigt auch den zweitgrößten deutschen Anbauverband Naturland. "Wichtig ist, dass die gleichen Kriterien gelten wie früher", sagte Naturland-Chef Steffen Reese. Dazu zählten Regionalität, faire Erzeugerpreise und langfristige Handelsbeziehungen. "Die Lieferanten dürfen nicht plötzlich fallen gelassen werden wie heiße Kartoffeln."

Quelle: taz vom 24.8.07

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25. August 2007
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