Erhöhte Palmöl-Nachfrage bringt letzte Urwälder in Bedrängnis

Landrodungen in Indonesien dienen in erster Linie dazu, Monokulturen für Ölpalmen zu schaffen. Die Nachfrage nach Palmöl steigt weltweit stark an. Einerseits braucht die Nahrungsmittelindustrie immer mehr Öl, andererseits wird es zur Herstellung von Agrodiesel benötigt, berichtet BBC-Online. Nun befürchten Umweltgruppen die Freisetzung immenser Mengen an CO2, weil immer mehr Feuchtgebiete trockengelegt werden.


In den herkömmlichen Regenwäldern sind es die Bodenmikroben, die mehr Kohlenstoff speichern als die Blätter und die Zweige der Pflanzen. In den Torf-Feuchtgebieten sind diese Lagerstätten mehrere Meter tief. In den vergangenen Jahren sind mehr und mehr dieser Biotope trockengelegt worden. Große Mengen an CO2 sind dabei frei geworden. Nach Angaben von Greenpeace werden jährlich allein 1,8 Mrd. Tonnen CO2 durch diese Trockenlegungen in den indonesischen Torf-Biotopen freigesetzt.


Indonesien will eigenen Angaben zufolge Weltmarktführer bei der Herstellung des Palmöls werden. Malaysia ist bei der Umsetzung derartiger Pläne bereits sehr erfolgreich gewesen: So besteht der größte Teil der malayischen Halbinsel bereits aus diesen Monokulturen. Nun schauen beide Staaten auf die Insel Borneo, die im Norden zu Malaysien, im Süden zu Indonesien gehört. Gerade auf der Insel Borneo, die zudem noch von indigenen Stämmen bewohnt wird, befürchten die Umweltgruppen das Schlimmste. Zwischen 1968 und 2004 wuchsen die Palmölplantagen 120‘000 auf 5,5 Mio. Hektar. 2004 brachte dieser Sektor Importeinnahmen von 4 Mrd. Dollar.


«Die Flächenreserven von Malaysia sind fast aufgebraucht. Das gilt aber für Indonesien nicht», so Bernhard Obermayr, Klimaexperte von Greenpeace Österreich http://www.greenpeace.at gegenüber pressetext. Auf Sumatra und Borneo werden weitere Flächen gerodet. «Die schlimmsten Befürchtungen betreffen allerdings den westlichen Teil der Insel Neuguinea - die Provinz Papua, das ehemalige Irian Jaya. Dort wurden legale Konzessionen zur Rodung von drei Mio. Hektar Regenwald vergeben», erklärt Obermayr. Die Insel Neuguinea ist Heimat des bislang größten zusammenhängenden Regenwaldsystems der Erde. «Ähnlich Schlimmes befürchten wir dann auch für den Staat Papua Neuguinea.»
In vielen Produkten des täglichen Lebens von Margarine, Snacks, Schokoladen bis hin zu Eiscremes findet Palmöl Verwendung. Weil einheimisches Rapsöl für die Treibstoff-Produktion verwendet wird, kaufen die Lebensmittelkonzerne zunehmend Palmöl ein. Quelle: pressetext.austria
09. November 2007
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