Hochrangige Komplizen beim Orlando-Massaker

Auf den größten Massenmord mit Schußwaffen in der Geschichte der USA folgte die übliche Welle von Ablenkungen, um eine ernsthafte Untersuchung zu verhindern. Allen voran ließ sich Präsident Obama vernehmen, der für den Mord an 49 Menschen in dem Homosexuellenclub in Orlando/Florida zu lasche Waffengesetze und Schwulenhaß verantwortlich machte.

Und die beiden Kandidaten um seine Nachfolge, Hillary Clinton und Donald Trump, versprechen einen „härteren Krieg gegen den Terrorismus“ (Details) In Wirklichkeit muß man sich auf die anglosaudisch- türkischen Terrornetzwerke des Dschihadismus konzentrieren, die vom amerikanischen FBI geschützt und gefördert werden.

Die Biographie des Täters, Mateen, belegt diese Zusammenhänge. Mateen arbeitete seit 2007 für G4S, die größte private Sicherheitsfirma der Welt, die ihren Sitz in Großbritannien hat. Der Londoner Guardian beschrieb G4S in einem Artikel vom 3.2.16 („Britannien steht im Zentrum des globalen Söldnergeschäfts“) als das größte von verschiedenen Unternehmen, die Nachrichtendienst- und Sicherheitsaufgaben übernehmen, welche die Regierungen lieber nicht selbst ausführen wollen. Es gab viele Beschwerden über brutale übergriffe von G4S-Mitarbeitern. Mateen wurde sogar noch weiter bei G4S beschäftigt und behielt das Recht, verdeckt Waffen zu tragen, nachdem Kollegen sich über sein irrationales und potentiell gewalttätiges Verhalten sowie seine möglichen Verbindungen zu „muslimischen Terroristen“ beschwert hatten. Das FBI ermittelte deshalb 2013 und wieder 2014 gegen ihn, aber seine Firma verbürgte sich für ihn.

Beide Male gelangte das FBI zu dem Schluß, Mateen sei ungefährlich. Zudem reiste er, während er bei G4S beschäftigt war, zweimal, 2011 und 2012, nach Saudi-Arabien.
Aus zahlreichen bekannt gewordenen Berichten und Aussagen geht hervor, daß Mateen eine psychisch instabile Person und deshalb für eine Tätigkeit bei einem Sicherheitsdienst völlig ungeeignet war. Warum wurde er trotzdem bei G4S beschäftigt und vom FBI für unbedenklich erklärt?

Einen Teil der Antwort gibt ein Artikel in der New York Times vom 7.6. mit der Überschrift „FBI benutzt verstärkt Fallen bei ISIS-Fällen“. Wie dort berichtet wird, bezahlt das FBI „Agenten und Informanten, die sich in Hunderten von Aktionen als Dschihadisten, Bombenbauer, Waffenschmuggler oder Online-,Freunde’ ausgeben“. Sie fordern andere, oft psychisch gestörte und mittellose junge Männer, dazu auf, Terroranschläge zu planen, und liefern ihnen dafür sogar Waffen oder Sprengstoff - damit das FBI dann in letzter Minute „eingreift“ und die Gewalttat „verhindert“. Ein früherer verdeckter FBI-Agent, Michael German, gab gegenüber der Zeitung sogar zu, daß die Behörde „Terrorismusfälle künstlich inszeniert“.

An zwei Dritteln aller Verfahren gegen potentielle Terroristen, die das FBI angeblich kurz vor der Tat „erwischte“, sind solche verdeckten Agenten beteiligt.   



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Caroline Hartmann redigiert den wöchentlichen Newsletter des Schiller-Instituts e.V., aus dem dieser Text entnommen ist. Das Schiller-Institut mit Sitz in Laatzen bei Hannover wurde 1984 gegründet und wendet sich «gegen die trotzigen Anmassungen der Fürstengewalt» (Schiller).


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24. Juni 2016
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