Kirchgemeinde Brugg soll ihr Geld ethisch anlegen

Der Brugger Umweltaktivist Alec Gagneux (http://www.fairCH.ch) versucht seit Jahren, Kirchgemeinden zu motivieren, ihre Geldanlagen nach ethischen Richtlinien zu tätigen, bisher mit wenig Erfolg. Der kath. Pfarrer Hofer will sich auf ein Gespräch zu diesem Thema nur im Beisein des Kirchgemeindepräsidenten Uebelhart einlassen und dieser will dazu vorher die Kirchenpflege konsultieren (und bis diese das Geschäft traktandiert …).


Ende 2006 ist Alec Gagneux aus der ref. Kirche ausgetreten, da diese Kirche weiterhin mit Banken zusammenarbeiten will, die u.a. mit Waffengeschäften Geld 'vermehren' (siehe http://fairch.ch/Aktuell_3/hauptteil_aktuell_3.html). Um nun die kath. Kirchgemeinde Brugg für mehr Glaubwürdigkeit gewinnen zu können, ist er anfangs 2007 in die röm.-kath. Kirche eingetreten.

Alec Gagneux hat nun die nachstehenden Anträge eingereicht.
Wenn solche oder ähnliche Anträge mehr Schule machen würden, dann könnten die Kirchen bezüglich Frieden und Gerechtigkeit endlich wieder glaubwürdiger werden.

Christoph Pfluger


Anträge von Alec Gagneux

• In den Kirchen wird Gerechtigkeit und Frieden gepredigt - dies gibt mir grosse Hoffnung, dass die kirchlichen Institutionen vermehrt diese Worte konkret umsetzen.
• die CS bietet neuerdings den "Credit Suisse Fund Christian Values" an, mit dem Segen des Vatikans: Der Text http://www.nachrichten.ch/detail/282328.htm macht auf christliche Werte im Bereich Geld und Unternehmungen glasklar aufmerksam: "Der Fonds schliesst Unternehmen aus, die ihr Geld mit Waffen, Pornografie, Wetten und anderen Tätigkeiten verdienen, bei denen ein Konflikt zwischen Moral und Profit enstehen könnte, wie ein CS-Sprecher sagte". Wer diesen Satz aufmerksam durchliest merkt, dass die CS selbst nicht in diesen Fond aufgenommen werden kann, da dieses Unternehmen u.a. mit Waffen Geld 'verdient'...
• wenn Kirchen bezüglich Geld so reden wie Bankmanager oder 'normale' profitorientierte Unternehmer, dann stimmt einiges nicht (mehr) - vgl. "ihr könnt nicht Gott dienen UND dem Mammon" (Mt. 6:24)
• der politische Weg ist ein Weg, den auch Jesus von Nazareth genutzt hat. Er ist nebst dem Vorleben (Vorbild sein ist auch ein politischer Akt) einer der gewaltärmsten Möglichkeiten um Gerechtigkeit und Frieden aktiv anzugehen.


Anträge

1. Die Kirche Brugg fördert möglichst faire und umweltverträgliche Produkte in ihrem Einflussberech (Bazare, Altersnachmittage, Kirchenfeste etc.): Es sollen wenn immer möglich Max Havelaar Produkte und Bio Produkte verwendet werden. Auf  Produkte von schädlichen Firmen wie Coca Cola oder Nestle wird wenn immer möglich verzichtet (vgl http://de.indymedia.org/2006/03/141636.shtml http://www.evb.ch/cm_data/public/Building%20on%20Quicksand_Zusammenfassung_d.pdf
). Falls die Kirchenpflege sich gegen dieses Verhalten ausspricht, dann muss dies mit christlichen Argumenten begründet werden. Sollte es nötig sein, dass die Kirchgemeinde über diesen Antrag abstimmt, dann muss vor der Abstimmung Pro und Kontra ausgewogen und im christlichen Kontext zu Wort kommen können.


2. Die Kirchenpflege Brugg prüft, ob die eigenen Worte über Frieden mit der Kriegsmaterial-Initiative  http://www.keinkrieg.ch/tiki-page.php?pageName=StartSeite übereinstimmen. Ist dies der Fall, dann stellt sich die Kirchenpflege der röm.-kath. Kirche Brugg offiziell hinter die Initiative und wirbt für deren Annahme. Kann die Kirchenpflege nicht dahinter stehen, dann begründet sie dies mit christlichen Argumenten.

3. Die Kirchenpflege prüft, ob ihre 'Hausbanken' der obigen gesegneten Definition "Christian Values" genügen. Der Entscheid (z.B. Wahl von ethischeren Geldpartnern) soll christlich begründet werden.
Danke für Ihr Engagement für ein friedlicheres und gerechteres Zusammenleben.

Alec Gagneux, 5200 Brugg.
alecgagneux@hotmail.com
04. September 2007
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