Neubauten brauchen bis zu 50 Jahren, bis sie sich energetisch amortisiert haben

Energieeffizienz ist zu einem Schlüsselbegriff geworden. Das Potenzial ist insbesondere bei den Gebäuden enorm. Neubauten auf dem heutigen Stand der Technik verbrauchen im Vergleich zum gesamtschweizerischen Durchschnitt rund 15-mal weniger Energie. Doch wie steht es um die zwei Millionen bestehenden Gebäude? Ein gezielter Um- und Neubau kann gleichzeitig die Energieeffizienz markant erhöhen, die Siedlungsentwicklung nach innen fördern und die Wohnqualität verbessern. Das zeigen die Beispiele der Wohnsiedlung Werdwies in Zürich und der Überbauung Erlenmatt auf dem ehemaligen Güterbahnareal in Basel.
Eine umfassende Bewirtschaftung des Bauwerks Schweiz bietet zudem die Chance, den Materialbedarf der Neubauten mit Baustoffen aus dem Rückbau zu decken. Die Qualität der Recyclingbaustoffe ist gut, wie eine aktuelle Studie aus dem Kanton Zürich belegt, und die Zementindustrie ist laufend daran, diese Qualität zu verbessern.

Doch Abriss und Neubau ist aus Sicht der Stiftung Praktischer Umweltschutz Schweiz Pusch nicht in jedem Fall sinnvoll. Je nach Szenario dauert es zwanzig bis fünfzig Jahre, bis sich ein Ersatzneubau energetisch amortisiert. Gleichzeitig führt eine solche Gebäudepolitik zum Verlust von kulturellen Werten und sozialen Beziehungen. Dass es auch anders geht, beweisen die Beispiele «Ilôt 13» in Genf und «Dreieck» in Zürich: Unter Mitwirkung der ansässigen Wohnbevölkerung wurden hier bestehende Bauten saniert und collageartig durch Neubauten ergänzt. Sanierungen wirken sich zudem positiv auf die Beschäftigung aus, denn jeder Franken wird zu zwei Drittel in Arbeitskräfte und nur zu einem Drittel in Material investiert – bei Neubauten ist es genau umgekehrt.

In der neuesten Ausgabe von «Thema Umwelt» zeigen Schlüsselakteure aus Wissenschaft, Architektur, öffentlicher Verwaltung und Politik Strategien für eine Umgestaltung der gebauten Schweiz auf, mit denen der Ressourcenverbrauch gesenkt und die Umwelt- und Lebensqualität gestärkt werden kann.

 
«Thema Umwelt» 1/2008 kann für CHF 15.– plus Porto bezogen werden bei Praktischer Umweltschutz Schweiz Pusch, Postfach 211, 8024 Zürich, Telefon 044 267 44 11, Fax 044 267 44 14, mail@umweltschutz.ch
Das Jahresabonnement (4 Ausgaben) kostet CHF 50.–. Das Inhaltsverzeichnis ist abrufbar auf
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