Ölplattformen belasten die Nordsee

Ölfilme verschmutzen die Nordsee zunehmend. Zu diesem Ergebnis kommt Greenpeace Deutschland nach umfangreichen Beobachtungsflügen entlang der dänischen, norwegischen und englischen Küsten.


"Diese beobachtete Verschmutzung stammt aus dem so genannten Produktionswasser von Ölbohrplattformen, das mit Öl angereicht ist", erläutert Christian Bussau, Biologe bei Greenpeace, gegenüber pressetext. Bei der Gewinnung von Erdöl fördern die Bohrstationen als Nebenprodukt grosse Mengen Gas und Wasser an die Wasseroberfläche. Dort wird dann das Wasser vom Öl getrennt und als Produktionswasser in die Meere abgegeben.
Nach Informationen der Ospar http://www.ospar.org (Oslo-Paris-Kommission zum Schutz des Nordost-Atlantiks) lag die Menge des eingeleiteten Produktionswassers 2005 bei rund 13’000 Tonnen. 1984 waren es noch 1.700 Tonnen und zehn Jahre später knappe 6’000 Tonnen. "Der Trend ist eindeutig, es wird immer mehr belastetes Produktionswasser in die Meere gespült", sagt Bussau.

Wale werden zu Sondermüll
Bereits kleinste Mengen Öl werden durch die Strömungen im gesamten Ozean verteilt und schädigen dabei Meereslebewesen, Muscheln, Krebse, Fische, die teilweise auf unseren Teller landen. Die im Öl enthaltenen Schadstoffe können zu Wachstums- und Entwicklungsstörungen führen, so Greenpeace.  Buckelwale, die bis zu 50 Jahre alt werden können. sind laut Christian Bussau durch die Vielzahl der eingeleiteten schädlichen Substanzen so belastet, dass sie als Sondermüll entsorgt werden müssen, wenn sie an Land gespült werden sagt Bussau.
Dabei sei aber nicht nur das Produktionswasser das Problem, sondern auch die durch die Schifffahrt und Flüsse eingeleiteten Schadstoffe. "Es ist eine schleichende Verschmutzung unserer Meere", so Bussau. Hinzu kommen noch Sonderbelastungen durch Schiffsunglücke.


Quelle:
http://www.pressetext.ch/pte.mc?pte=080801027