Paradiese schaffen

Klimawandel, Umweltzerstörung, peak oil zwingen uns, neue Wege zu gehen. Die Permakultur ist eine konsequent nachhaltige Methode, im Einklang mit der Natur zu leben.
Dazu bietet der Zeitpunkt-Leser Beat Rölli einen Kurs an.

Einführung in die Permakultur
Inhalte:
    •    Prinzipien und Strategien der Permakultur anwenden
    •    führende Projekte kennen lernen
    •    einen Lehmofen - selber bauen.

Ort: Arche Ruchenberg, Gersau, http://www.arche-stiftung.ch
Datum: Sa.16. Juni 10.00 – So. 17. Juni 17.00
Preis: Kurs, Kost und Logi: 300 Fr.
Kursleiter + nähere Infos: Beat Rölli, Biologe, Permakulturist i. A.
Unter-Grundhof 20 CH-6032 Emmen 041 210 92 91
Beat.roelli@gmx.ch


Permakultur!?
Interview mit Beat Rölli

   

Was verstehst Du unter Permakultur?


Permakultur hat sich der Nachhaltigkeit verschrieben. Der Begriff Permakultur – vom Englischen «permanent (agri)culture» abgeleitet- beschreibt in zwei Worten das Ziel der Permakulturbewegung – nämlich dauerhafte sprich nachhaltige Landwirtschaft und Gärten als Grundlage für die Kultur. Das Fundament aller Aktivitäten in der Permakultur sind folgende universelle ethische Grundsätze:
    •    Trage Sorge zur Erde
    •    Sorge dich um die Menschen
    •    Schränke deinen Konsum ein und teile Überfluss
Konkret ist Permakultur ist ein wohl durchdachtes, umfassendes Planungssystem mit den Zielen, der Zerstörung der Erde entgegen zu wirken, die Lebensqualität zu erhöhen und Abhängigkeiten abzubauen. Wir orientieren uns dabei an den ethischischen Grundsätzen und Permakulturprinzipien.
Ein zentrales Element der Permakultur ist der Permakulturgarten. Er kann vielfältige Funktionen erfüllen: Der Garten als «Supermarkt», als «Apotheke», als Erholungsort, als Naturschutzgebiet, als Begegnungs- und Ritualort, als Arbeitsplatz, als Spielplatz, als Lernort, usw.
Kurz gesagt: Die Permakultur will Paradiese schaffen!
Permakultur ist mehr als gärtnern. Passivsolarhaus, Transportverminderung, Kooperation unter den Menschen, alternative Währungssysteme und Ähnliches sind Teil eines umfassenden Permakulturverständnisses.


Wie bist Du zur Permakultur gekommen?


Ich habe schon vor über 10 Jahren von der Permakultur gehört, beschäftigte mich damals aber nicht ernsthaft mit dem Thema. Im 2004 wurde das Thema von verschiedenen Menschen wieder an mich herangetragen und ich begegnete Sepp Holzer, dem bekanntesten Permakulturisten Europas. Diese Begegnung war der Startpunkt einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema.

Was empfiehlst Du jemandem, der mit Permakultur anfangen möchte? Wo und wie soll er/sie beginnen?


Permakultur ist vor allem ein Prozess und er beginnt bei mir, dir, jedem einzelnen. Die entscheidende Frage ist: Wie kann ich hier und jetzt nachhaltiger leben und gleichzeitig meine Lebensqualität erhöhen. Die Antwort hängt sehr vom Lebensort, der Lebenssituation und persönlichen Vorlieben und Interessen ab.
Ein Permakultureinführungskurs, ein gutes Buch, Kontakte mit Permakulturisten sowie Beitritt in einen Permakulturverein erleichtern das Finden der persönlichen Antworten sehr, denn «leider» ist das Wissen der Permakultur riesig und die Umsetzung der einzelnen Elemente nicht immer einfach.

Permakultur ist in der Schweiz bisher kein grosses Thema …


Effektiv ist die Schweiz ein Permakulturentwicklungsland und im Vergleich zu Österreich ca. 15 Jahre im Rückstand. Trotzdem gibt es in der Schweiz Leute, die seit vielen Jahren mit der Permakultur arbeiten. Besonders erwähnen möchte ich Kurt Forster aus Herisau (kurt.forster9@bluewin.ch). Er hat viele Kurse Planungen und Artikel gemacht. Er ist Spezialist für urbane Permakultur und Fische.
Auf der internetseite des Permakulturvereins http://www.permakultur.ch sind noch weitere Projekte beschrieben.

Könnte Permakultur ein ökologischer Weg in die Zukunft sein und eine Antwort auf den Ruf nach mehr Nachhaltigkeit?


Die Permakultur im Allgemeinen ist eine grosse Hoffnungsträgerin für eine positive Zukunft. Permakultur Design – die Planungsmethode – im Speziellen ist ein fantastisches, seit 30 Jahren erprobtes und erfolgreiches Werkzeug, um nachhaltige Systeme zu entwerfen. Weltweit sind bereits mehrere tausend Projekte umgesetzt worden. Das Know-how und Do-how sowie Kreativität und der Wille es zu tun, sind die entscheidenden Faktoren.
Klimaveränderung, Umweltzerstörung, sich abzeichnende Ressourcenkanppheiten zwingen uns dazu nachhaltiger zu wirtschaften. Daher sehe ich für die Permakultur und weitere echt nachhaltige Techniken eine grosse Zukunft.
Interview: Markus Rüegg

Markus Rüegg betreut die website über Gemeinschaften und versendet einen zweimonatlichen Newsletter für Menschen, die an Gemeinschaften interessiert sind. Kontakt: mr@kmuplus.ch


Beat Rölli 41 Jahre alt), ist verheiratet, hat drei Kinder und wohnt in einer Ökosieldung mit 6000 m2 Landwirtschaftsland in Emmen und ist im Vorstand des Peramkulturvereins Schweiz tätig.
er hat Biologie studiert und unterrichtet am Kollegium Stans und an der Pädagogischen Hochschule Zug.
In seiner Siedlung setzt er folgende Permakulturlemente um: Moorbeet aus Holzabfällen, niedriges Hochbeet mit intensivem Gemüseanbau, Früchteproduktion an der Hauswand, Regenwasser sammeln, sowie Versuche mit Pilzkulturen, Terra preta, Ginsenganbau usw.