Psychische Gesundheit wird weltweit vernachlässigt

Geisteskrankheiten machen bis zu 14 Prozent der weltweiten Erkrankungen aus und überholen damit Krebs oder Herzerkrankungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die in der neusten Ausgabe von «The Lancet» publiziert wurde. Vor allem in den Entwicklungsländern werden psychisch Kranke vernachlässigt. Jährlich begehen vor allem in ärmeren Ländern bis zu 800.000 Menschen Selbstmord. Mehr als vier von fünf Betroffenen leben in Ländern mit einem niedrigen oder mittleren Durchschnittseinkommen. Trotzdem erhalten rund 90 Prozent der Betroffenen in der dritten Welt keine medizinische Versorgung. In extremen Fällen werden sie an Bäume gefesselt oder in Käfigen eingesperrt.

Gesundheitsbehörden fordern in The Lancet neue Strategien und mehr Mittel für die Behandlung von psychisch Kranken in den Entwicklungsländern. Da immer mehr Menschen aufgrund von Kriegen, Armut und Krankheit unter psychischen Problemen leiden, würden diese Länder sonst weiter benachteiligt. Inwiefern die Zunahme der psychischen Erkrankungen mit dem wirtschaftlichen Druck und der zunehmenden Ungerechtigkeit zu tun hat, wurde in der Studie ebenso wenig untersucht, wie die wirtschaftlichen Folgen.
Die aktuelle Studie betont jedoch auch, welche Auswirkungen die geistige Gesundheit auf andere Bereiche der Gesundheit hat. Zahlreiche Experten argumentieren jedoch, dass eine grundsätzliche Versorgung bereits mit geringen Kosten und vergleichsweise wenig Aufwand gewährleistet werden kann.


Quelle: pressetext.austria
03. September 2007
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