Razzia im britischen Klima-Camp

In verschiedenen Ländern der Welt organisieren Klimaschützer in diesem Sommer Camps, in denen Seminare, Workshops und Diskussionsrunden zum Thema Klimawandel und was man dagegen tun kann, abgehalten werden. Das Klima-Camp in Großbritannien wurde vergangene Woche von der Polizei heimgesucht. Rund 200 Polizeibeamte hatten in dem Zeltlager eine Razzia durchgeführt und Hunderte Gegenstände beschlagnahmt.

Nach Angaben der grünen britischen Abgeordneten Carolyn Lucas, die an dem Klima-Camp teilnimmt, zog die Polizei Rampen für Behinderte, Brettspiele und Feuerschutzausrüstung ein - auf der Website des Camps wurde sogar die Beschlagnahmung von 10 kg selbstgemachter, bioabbaubarer Seife gemeldet -, wohingegen Polizeieinsatzleiter Gary Beautridge behauptete, dass seine Beamten Bolzenschneider, Atomkleber und Kletterseile gefunden hätten.

Das Klima-Camp wurde in der Nähe des Standorts für das geplante erste neue Kohlekraftwerk seit 30 Jahren in Großbritannien aufgebaut. Das Unternehmen E.ON will 1,5 Mio. brit. Pfund in den Bau von zwei neuen Kraftwerkseinheiten investieren, die 20 Prozent sauberer sein sollen als die bisherigen Kohlekraftwerke. Damit wären sie allerdings, um in diesem Bild zu bleiben, noch immer dreckiger als andere Energiegewinnungsformen, wie sie den Aktivisten aus dem Klima-Camp als Alternative vorschweben.

225 britische Abgeordnete (davon 75 von der regierenden Labour Party) haben eine Parlamentserklärung gegen das Kingsnorth-Kraftwerk unterzeichnet. In einem Interview mit der Zeitung "The Telegraph" wandte sich auch der frühere Chefwissenschaftler der britischen Regierung, Sir David King, gegen den Bau des Kohlekraftwerks, solange es noch kein Verfahren gibt, die klimaschädlichen Kohlendioxidemissionen einzufangen.

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http://www.schattenblick.de/infopool/umwelt/redakt/umkl-336.html
06. August 2008
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