Soziale Netzwerke bremsen jugendlichen Lerneifer

Soziale Netzwerke im Internet wirken sich negativ auf die schulischen Aktivitäten von Jugendlichen aus. Laut einem aktuellen Bericht des britischen Medienforschungsunternehmens Wiggin verbringen 15- bis 19-jährige Nutzer von MySpace, Facebook & Co bedeutend weniger Zeit mit ihren Hausaufgaben als vor der Registrierung bei einem der Portale. 30 Prozent der weiblichen und 32 Prozent der männlichen Nutzer vernachlässigen deswegen ihre Hausaufgaben. 21 Prozent der Mädchen und zehn Prozent der Jungen schauen aber auch weniger fern.

«Medien haben das Leben der Menschen – nicht zuletzt der Kinder und Jugendlichen – schon immer stark geprägt. Seien dies nun Fernsehangebote, Computerspiele oder in neuerer Zeit eben das Social Networking», so Andreas Vlasic, Geschäftsführer des Medien Instituts Ludwigshafen. Die dafür aufgewendete Zeit führe fast zwangsläufig zur Vernachlässigung von als Pflicht wahrgenommenen Tätigkeiten. Die Nutzung von sozialen Netzwerken müsse differenziert betrachtet werden. «Zu den Vorteilen gehört, dass durch den Umgang mit dem Internet Kompetenzen erworben werden, die im späteren Leben von Nutzen sein können», so Vlasic weiter. «Die Beschäftigung sollte aber jeweils nur mit dem Alter angepassten Inhalten sowie in einem zuträglichen zeitlichen Ausmass erfolgen.» Genau hier stelle das Medium Internet eine besondere Herausforderung dar: Einerseits durch die schwer überschaubare Fülle von Inhalten und Nutzungsformen, andererseits durch den Überfluss an Reizen, erläutert der Experte.

Ausserdem zeigt sich eine wachsende Kluft zwischen den Altersgruppen. Während 55 Prozent der jungen Männer zwischen 15 und 19 Jahren regelmässig auf Netzwerk-Seiten surfen, tun dies nur 13 Prozent der 45- bis 54-jährigen Geschlechtsgenossen.

Quelle: pressetext.deutschland
28. März 2008
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