Stress: Bossinnen trinken mehr als Chefs

Weibliche Führungskräfte sind anfälliger für Alkoholprobleme als Nachwuchskräfte. Sie sind zusätzlich geneigter zu trinken als Männer in ähnlichen Positionen. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des University College London gekommen. Es wird davon ausgegangen, dass der Konkurrenzkampf mit Männern um Führungspositionen teilweise für dieses Phänomen verantwortlich ist.
 

Rund 8.000 Regierungsmitarbeiter von 20 verschiedenen Dienststellen in London nahmen an der Befragung teil. Frauen in niedrigeren Positionen hatten weniger Alkoholprobleme als Männer mit vergleichbaren Aufgaben. Sie holten allerdings auf und überholten sie in höheren Diensträngen. Ältere weibliche Führungskräfte hatten mit 14 Prozent drei Mal eher Alkoholprobleme als jene 4 Prozent der Frauen, die in niedrigsten Positionen arbeiteten. Die leitende Wissenschaftlerin Jenny Head erklärte, dass ein möglicher Zusammenhang zwischen Arbeitsstress und Alkoholabhängigkeit erforscht werden sollte.
 
 

«Es kann sein, dass der Stress gegen die so genannte gläserne Decke anzukämpfen dafür verantwortlich ist. Es kann auch sein, dass Frauen glauben, gleichberechtigt konkurrieren zu müssen und daher männliche Rollen und Verhaltensmuster annehmen. Menschen, die viel investieren und sich nicht entsprechend geschätzt fühlen, sind einem höheren Alkoholrisiko ausgesetzt.»

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14. März 2007
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