Transatlantische Volkswirtschaften fallen im Produktivitätstest durch

Das Bankensystem der City und Wall Street läuft direkt auf einen neuen Crash zu, und der eigentliche Grund dafür liegt im fehlenden Wachstum der Wirtschaft und besonders der Produktivität in den Volkswirtschaften Europas und der USA. Dies hinderte US-Finanzminister Jack Ldew nicht daran, sich beim jüngsten Treffen der G20- Finanzminister in China zum Narren zu machen, als er andere Länder aufrief, ihr möglichstes zu tun, um das Wachstum zu fördern, gleichzeitig aber behauptete, die US-Wirtschaft habe keine neuen Maßnahmen für Kreditvergabe und Investitionen nötig. Tatsache ist jedoch, daß die US-Wirtschaft nur im Vergleich mit dem Nullwachstum in Europa einen Eindruck von Wachstum macht.

Nach Berechnungen der Federal Reserve von Atlanta lag das BIP-Wachstum in den USA im ersten Halbjahr 2016 aufs Jahr gerechnet bei nur 1,5%, nach 2,2% im Jahr 2015. Der Produktionsausstoß ist seit 11 Monaten in Folge niedriger als im Vorjahr, die Industrieproduktion sogar seit 18 Monaten. China hingegen hat ein viermal so hohes Wirtschaftswachstum wie die USA, doch sein Handelsminister bezeichnete die Aussichten für die Weltwirtschaft als „düster“. China investiert weiter sehr hohe Summen an öffentlichem und privatem Kredit (allein im Juni schätzungsweise 240 Mrd.$) im Inland, am Wirtschaftsgürtel der Seidenstraße und der Maritimen Seidenstraße sowie in Afrika, dem Nahen Osten und Südamerika. Sein Weltraumprogramm ist heute das dynamischste auf der Welt. Aber die Finanzmächte in London und New York, die die Aussichten für die Weltwirtschaft „düster“ machen, laufen weiter auf den neuen Finanzkrach zu, ihre Wirtschaft kennt keine Kapitalinvestitionen, Produktivität oder Gewinn.

Institutionen wie der IWF, die EZB und das Wirtschaftsforschungsamt der USA reden ständig vom „Wachstum der totalen Faktorproduktivität“ und studieren es intensiv - aber sie schaffen keines! In den Jahrzehnten unter Bush und Obama betrug das Produktivitätswachstum in den USA laut jüngsten Angaben des IWF 0,5% jährlich, 2016 liegt es fast bei null. Auch im angeblich hochproduktiven Deutschland sind es nur 0,5%.
Im Gegensatz dazu lag einer neuen Studie der Harvard-Universität zufolge das Wachstum der totalen Faktorproduktivität in China seit 2004 bei 3,1% jährlich (siehe auch: http://www.wiwo.de/politik/konjunktur/harvardstudie-larry-summers-zweifelt-am-ewigen-wachstumchinas/10848854.html). Das sind die Erfolge des Landes mit Programmen wie der Neuen Seidenstraße und der Raumfahrt.


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Caroline Hartmann redigiert den wöchentlichen Newsletter des Schiller-Instituts e.V., aus dem dieser Text entnommen ist. Das Schiller-Institut mit Sitz in Laatzen bei Hannover wurde 1984 gegründet und wendet sich «gegen die trotzigen Anmassungen der Fürstengewalt» (Schiller).


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28. Juli 2016
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