Viel Wirtschaftskriminalität, wenig Gegenmassnahmen

Geldwäscherei, Korruption, Unterschlagung und andere Formen der Wirtschaftskriminalität gibt’s nicht nur in kleinen Fürstentümern und Alpenrepubliken - in der Bundesrepublik betreffen sie fast jedes zweite Unternehmen.


Die Kriminalitätsrate ist in einigen Regionen des Landes unterschiedlich stark ausgeprägt, Hessen zum Beispiel ist in der Geldwäscherei führend. Dies ist das Ergebnis einer von der globalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) http://www.pwc.de durchgeführten Untersuchung. Danach gab's beispielsweise in Hessen in rund 60 Prozent der befragten Betriebe in den vergangenen zwei Jahren Wirtschaftskriminalität.

Im Schnitt westeuropäischer Länder
Die mitteldeutschen Regionen Sachsen-Anhalt und Thüringen sind hingegen mit "nur" 35 Prozent von Wirtschaftskriminalität betroffen. "Delikte im Bereich der Wirtschaft haben sich in Deutschland in den vergangenen Jahren zwar leicht erhöht, dennoch liegt Deutschland noch immer im Schnitt westeuropäischer Länder", so Steffen Salvenmoser, PwC-Partner im Bereich Forensic Accounting Services, auf Nachfrage von pressetext.

Korruption im Chinageschäft
Bei der Auswertung der für die Studie befragten 1’166 Unternehmen in Deutschland kam man zu dem Schluss, dass sich die bestehenden Unterschiede auf Bundesländerebene auf die regional-spezifische Wirtschaftsstruktur zurückführen lässt. Salvenmoser nach sei Geldwäsche überdurchschnittlich stark in Hessen vertreten, da hier ein Grossteil der Finanzindustrie niedergelassen ist. "Korruption im Chinageschäft tritt wiederum im exportorientierten Baden-Württemberg auf.

Anreize für Wirtschaftskriminalität
So lässt sich verkürzt sagen, dass sich Wirtschaftskriminalität an den lokalen Gegebenheiten orientiert und somit die Gelegenheit den Anreiz für wirtschaftskriminelle Delikte schafft", sagt Salvenmoser im Gespräch mit pressetext. Angesichts der Ausdifferenzierung der Wirtschaftskriminalität konnte ein Rückschluss auf Kriminalitätsprävention der einzelnen Bundesländer gezogen werden.

Auch zeigen alle Bundesländer und Regionen erhebliche Defizite bei der Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität. So kommen nach wie vor die meisten Straftaten durch Hinweise von Mitarbeitern oder Geschäftspartnern ans Tageslicht.


Mehr Informationen:
http://www.pressetext.ch/pte.mc?pte=080729024