Wichtiger strategischer Sieg: „28 Seiten“ über Saudi-Arabien veröffentlicht

Die Regierung Obama hat nun endlich das (nur noch geringfügig redigierte) 28-Seiten-Kapitel aus dem ursprünglichen Bericht der Gemeinsamen Untersuchungskommission über die Anschläge des 11.9.2001 veröffentlicht - nur wenige Stunden, bevor der Kongreß in seine Sommerpause ging.



Ein sorgfältiges Studium des Kapitels macht deutlich, daß der Abg. Thomas Massie absolut recht hatte, als er sagte, daß diese Informationen ein völliges überdenken all dessen erzwingen, was in den letzten 15 Jahren geschehen ist.


Im Gegensatz zu der Darstellung, die sofort von Präsident Obama, den Geheimdiensten und den Massenmedien verbreitet wurde, gehen die darin enthaltenen Belege für eine saudische Beteiligung an den Anschlägen des 11.9. weit über das hinaus, was bisher bekannt war. Sie zeigen, daß Dutzende saudischer Vertreter und Mitglieder des saudischen Königshauses eng mit Al-Kaida verbunden waren und viele von ihnen sogar enge Beziehungen direkt zu den Flugzeugentführern hatten. Obwohl das FBI und die CIA schon lange vor 2001 Beweise für die saudische Unterstützung für Al-Kaida hatten, wurde ein ernsthaftes Vorgehen dagegen unterbunden und Ermittler, die zu viele richtige Fragen stellten, entlassen oder versetzt.

Präsident Obama, der Direktor der Nationalen Geheimdienste James Clapper und CIA-Direktor John Brennan behaupten, die in den „28 Seiten“ enthaltenen Spuren seien späteren Untersuchungen der „9/11-Kommission“ verworfen worden. Tatsächlich hatte jedoch der Leiter dieser Untersuchung, Philip Zelikow, ausdrücklich alle Ermittlungen gegen die Saudis blockiert und sogar die Ermittler, die diesen Spuren nachgehen sollten, entlassen, wie andere Mitglieder der 9/11-Kommission eingeräumt haben.

Der Bericht der Gemeinsamen Untersuchungskommission wurde im Dezember 2002 fertiggestellt und veröffentlicht - allerdings ohne die 28 Seiten, die sich mit den saudischen Verbindungen befassen.

Offensichtlich wurde dieses Kapitel unterdrückt, weil die Bush/Cheney-Administration bereits den Krieg gegen den Irak und den Sturz des Regimes von Saddam Hussein vorbereitete, dem vorgeworfen wurde, er sei der geistige Vater der tödlichen Anschläge und er besitze ein Arsenal von Massenvernichtungswaffen - wie wir heute wissen, war das alles gelogen. Was wir jetzt brauchen, ist eine neue, gründliche Untersuchung, die auch alle die späteren Terroranschläge und Kriege wie im Irak und in Libyen, die laufenden Regimewechselversuche in Syrien und vieles weitere mehr untersucht.


Die Freigabe der 28 Seiten unmittelbar nach der Veröffentlichung des Berichts der Chilcot-Kommission in Großbritannien über den illegalen Irakkrieg versetzt dem Kern des anglo-saudischen Empires einen mächtigen Schlag. Nun wächst die Unterstützung für das JASTA-Gesetz im Kongreß, das private Gerichtsklagen gegen das saudische Königshaus wegen Unterstützung von Terrorismus zulassen würde.

Anläßlich der Freigabe der 28 Seiten übermittelte der Abgeordnete Walter JONES, der den Kampf für diese Freigabe im Repräsentantenhaus angeführt hat, dem Schiller-Institut in den USA seinen ausdrücklichen Dank und seine Glückwünsche wegen seiner entscheidenden Rolle bei der Durchsetzung der Veröffentlichung.





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Caroline Hartmann redigiert den wöchentlichen Newsletter des Schiller-Instituts e.V., aus dem dieser Text entnommen ist. Das Schiller-Institut mit Sitz in Laatzen bei Hannover wurde 1984 gegründet und wendet sich «gegen die trotzigen Anmassungen der Fürstengewalt» (Schiller).


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20. Juli 2016
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