Schraube Locker? Es ist einfach Unsinn die Reparatur nicht zu fördern.

Umweltverbände und Initiativen fordern das Recht auf Reparatur. Ab heute wird in Brüssel darüber entschieden. Die Eco-Designrichtlinie wäre ein Chance, aber..

Redaktion

Berlin, 10. Dezember 2018. Der Runde Tisch Reparatur und die Initiative „Schraube locker!?“ fordern die Bundesregierung auf, die einmalige Chance zu nutzen und sich im Regelungsausschuss der Ökodesign-Richtlinie für bessere Reparierbarkeit einzusetzen.

Die VertreterInnen der EU-Mitgliedstaaten wurde heute Vormittag in Brüssel von Umweltaktivisten und Mitgliedern der Initiative „Schraube locker“ empfangen. Sie warn auf dem Weg  ins Borschette Zentrum, in dem die erste, einer ganzen Reihe von Abstimmungen über die neuen  Ökodesign-Standards  stattfinden. Heute ging es es einmal um die Produktgruppe Kühlschränke. Deutschland wird in den Regelungsausschüssen durch Abgesandte des Umwelt- und Wirtschaftsministeriums vertreten.

Die Reparatur ist massiv bedroht 

„Reparaturdienstleistungen sind massiv bedroht. Der schlechte Zugang zu Ersatzteilen für unabhängige Reparateure ist eine der Hauptursachen. Mit der Abstimmung heute könnte eine Kehrtwende eingeläutet werden. Die Bundesregierung muss diese Chance, auf die wir seit vielen Jahren warten, jetzt wahrnehmen, wenn sie es mit Klimaschutz und Ressourcenschutz und lokalen Arbeitsplätzen ernst nimmt.“, sagt Johanna Sydow, Koordinatorin des Runden Tisches Reparatur.

Vor drei Wochen haben sich bereits 44 Forschungsinstitute, Verbraucherschützer, Umweltverbände und Unternehmen an Minister Altmaier und Ministerin Schulze gewandt und sie darum gebeten sich heute für VerbraucherInnen, Umwelt und lokale Arbeitsplätze durch die Stärkung von Reparatur einzusetzen.

Neben einer besseren Energieeffizienz könnten die erweiterten Standards erstmals auch vorsehen, eine lange Lebensdauer von Produkten durch die Stärkung von Reparatur und Wiederverwendung zu fördern. Die neuen Standards wurden für die drei Produktgruppen Kühlschränke, Waschmaschinen und Spülmaschinen von der EU-Kommission vorgeschlagen.

108.000 Bürger forderten die Bundesregierung auf sich heute für Reparatur einzusetzen

Im Vorfeld der Abstimmung auf EU-Ebene wurden in mehreren Ländern Petitionen für das Recht auf Reparatur initiiert. Die Petition in Deutschland übergaben die Initiatorinnen von Schraube locker!? vergangene Woche an die Umweltministerin Svenja Schulze. Über 108.000 UnterzeichnerInnen forderten die Bundesregierung dazu auf, sich für bessere Reparierbarkeit auf EU-Ebene einzusetzen.

Joyce-Ann Syhre von „Schraube locker!?“, erklärt dazu: „Die Bundesregierung kann heute zeigen, ob sie die Wünsche der Bevölkerung ernst nimmt und ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft setzt. Produkte zu reparieren bedeutet, Ressourcen zu sparen, das Klima zu schützen und den Geldbeutel der VerbraucherInnen zu schonen. Es ist einfach Unsinn, Reparatur nicht zu fördern.“

10. Dezember 2018
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