Klimapass wenn die Insel untergeht

Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen schlägt einen Klimapass für Menschen vor, die aufgrund des Klimawandels ihre Heimat verlieren.

Male, Hauptstadt der Malediven
cc: Shahee Ilyas

Der Klimawandel gilt als Treiber für Migration und könnte bis Mitte des Jahrhunderts Migrationsbewegungen in dreistelliger Millionenzahl auslösen. Bisher gibt es nur unzulänglichen Schutz und Unterstützung für diese Menschen. Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) spricht sich für einen freiheitlich-humanistischen Umgang mit Migration aus, der die Würde der betroffenen Menschen achtet.

Als internationales Instrument einer zeit–gerechten Klimapolitik schlägt der Beirat einen Klimapass für MigrantInnen vor. Vorbild ist der Nansen-Pass für Staatenlose, der nach dem Ersten Weltkrieg Hunderttausenden eine Zuflucht ermöglichte.

Zunächst sollte er BewohnerInnen der besonders vom Klimawandel bedrohten Inselstaaten  einen Zugang zu staatsbürgergleichen  Rechten in sicheren Staaten gewähren. Zukünftig sollte er auch von Klimawandel massiv betroffenen BürgerInnen anderer Staaten und Binnenvertriebenen eine frühzeitige, freiwillige und würdevolle Migration ermöglichen.

Staaten mit hohen Emissionen und großer Verantwortung für den Klimawandel sollten sich, dem Verursacherprinzip folgend, als Aufnahmeländer zur Verfügung stellen. Der WBGU empfiehlt der Bundesregierung, sich auf der Klimakonferenz in Katowice für die Einführung des Klimapasses einzusetzen und interdisziplinäre Forschung zum Thema klimabedingte Migration zu fördern.