Neonicotinoide-Verbot: Forscher warnen vor Nachfolgeprodukten

Die meisten Neonicotinoide sind nur für das Freiland untersagt. Frankreich verbietet den Einsatz jetzt vollständig. Ersatzwirkstoffe sind aber nicht weniger gefährlich.

cc 3.0 Christoph Müller

Es gilt als bewiesen, dass  Neonicotinoide für das Bienensterben mitverantwortlich sind. Die EU hat vor wenigen Monaten daher den Einsatz von drei Wirkstoffen im Freiland untersagt. Die Schweiz hat sich dieser Regelung angeschlossen.

In Gewächshäusern sind diese Pestizide aber nach wie vor zulässig. Die Neonicotinoide Thiacloprid, und Acetamiprid sind von diesen Verboten und Widerrufen nicht betroffen. Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam dürfen in Europa derzeit in Gewächshäusern und zur Behandlung von Gewächshaus-Saatgut noch immer verwendet werden. 

Die gute Nachricht: Frankreich hat letzte Woche den Einsatz von Neonicotinoide vollständig untersagt und zwei weitere Wirkstoff-Gruppen mit eingeschlossen. 

Die schlechte Nachricht: Die Gefahr für die wichtigen Bestäuber ist auch dann nicht gebannt, wenn alle Länder sich dieser Regelung anschließen. Die als Ersatz in Frage kommenden Mittel sind vermutlich nicht besser.

Der schon zugelassene Wirkstoffe Sulfoxaflor scheint ähnlich gefährlich zu sein. Die Zeitschrift Nature veröffentlichte eine Studie der Royal Holloway University of London. Das Team um Harry Siviter setzte für die Studie 25 Hummel-Völker zwei Wochen lang Sulfoxaflor in den Konzentrationen aus,  die beim Einsatz zu erwarten sind. Schon nach zwei bis drei Wochen ging der Nachwuchs der Hummeln um 54 Prozent zurück. Die Forscher warnen daher dringend vor dem Einsatz von Sulfoximinen und fordern  von der Politik, vorab eine gründliche Untersuchung. Die ersten Anträge auf Einsatz dieser Mittel in Europa, liegen der zuständigen Behörde  allerdings schon vor. 

 

 

 

03. September 2018
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