BRICS-Medien-Gipfel will westlicher Medien-„Vorherrschaft“ entgegenwirken

Am 1. Dezember 2015 endete der erste BRICS-Medien- Gipfel in Beijing, bei dem Redakteure, Präsidenten, Leiter und Mitarbeiter der Medienbranche aus den fünf Ländern zusammenkamen. Die Teilnehmer veröffentlichten eine Erklärung, die sechs Initiativen für Medien-Zusammenarbeit zwischen den BRICS-Ländern skizziert, darunter eine Verbindungsstelle, die Gründung einer BRICSMedien- Stiftung, BRICS-Journalismus-Preise, gemeinsame Photographie-Ausstellungen, Ausbildung und Austausch von Journalisten der BRICS-Länder und gemeinsame Berichterstattung.

Die Notwendigkeit dieses Unternehmens wurde durch den Generaldirektor der Internationalen Nachrichtenagentur Rossija Sewodnja (z.B. Sputnik, Ria Novosti), Dmitri Kisseljow, erläutert: Wegen der mangelhafte Medienzusammenarbeit blieben die BRICS-Länder von dritten Quellen abhängig, z.B. aus den USA. Wie er höflich ausdrückte, führe das „ zu problematischen Auswertungen von Geschehnissen in China, Indien, Südafrika und natürlich Rußland.“ Um der Propagandakampagne zur Dämonisierung Rußlands und auch Chinas entgegenzuwirken, schlug er die Schaffung einer gemeinsamen BRICS-Nachrichtenagentur, sowie eines BRICS-Radiosenders vor. „Dann könnten wir aus erster Hand erfahren, was in unseren Ländern stattfindet.“ Liu Qibao, Leiter der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas, sagte, daß die Medien der BRICS-Länder friedliche Entwicklung, Zusammenarbeit und „Win-Win“ voranbringen sollten. „Stimmen für Gerechtigkeit und Vernunft sollten verstärkt und die Stimmen der Schwellen- und Entwicklungsländer lauter werden, damit das Regieren gerechter und vernünftiger wird.“ Die Medien sollten „Information und Kommunikation vermitteln, und Boten für kulturellen Austausch sein.“

In diesem Zusammenhang haben Rußland und China auch bilateral beschlossen, eine gemeinsame Presseagentur zu gründen. Dies gab der Vorsitzende des Duma- Ausschusses für Massenmedien, Juri Schuwalow, bekannt. Er erklärte weiter, daß die beiden Länder auch „einen bedeutenden Diskussions-Club mit dem vorläufigen Namen Amur Club einrichten werden“, bestehend aus „einem Experten-Gremium, das einen dauerhaften Dialog für Länder des pazifischen Raums führen wird.“ Beide Projekte dürften im Jahr 2016 beginnen, das zum „Jahr der russischen und chinesischen Massenmedien“ ernannt wurde.

Russia Today zufolge betonte Schuwalow, diese gemeinsamen Projekte würden „zu gegenseitigem Vertrauen, angemessener Bewertung weltweiter Ereignisse, sowie akkuratem Verständnis der Stellungen, welche die beiden Länder zu verschiedenen Fragen beziehen, beitragen“. […] „Es geht um die gesamte Bandbreite internationaler Politik, die wirtschaftliche Entwicklung des eurasischen Kontinents und die Verbindung zwischen der Eurasischen Wirtschaftsunion und der Wirtschaftsregion der Seidenstraße – da diese beiden Projekte zwar in verschiedenen Ländern entwickelt wurden, jedoch Hand in Hand gehen.“


_____________________________

Caroline Hartmann redigiert den wöchentlichen Newsletter des Schiller-Instituts e.V., aus dem dieser Text entnommen ist. Das Schiller-Institut mit Sitz in Laatzen bei Hannover wurde 1984 gegründet und wendet sich «gegen die trotzigen Anmassungen der Fürstengewalt» (Schiller).


Der lesenswerte Newsletter kostet 250 € im Jahr. Er wird vom E.I.R.-Verlag herausgegeben, zu bestellen bei: Caroline Hartmann, c.hartmann@eirna.com
15. Dezember 2015
von: