BRICS und die Neue Seidenstraße sind die Motoren der Realwirtschaft

Europa und die USA tun vielleicht noch so, als würden sie den Welthandel und die Rahmenbedingungen beherrschen, aber Tatsache ist, daß der Handel zwischen den fünf BRICS-Staaten Brasilien, Rußland, Indien, China und Südafrika enorm wächst, allein seit 2009 um 70%.


Nach IWF-Angaben haben die fünf Länder zusammen ein BIP von 32,5 Bio.$ nach Kaufkraftparität, kaum weniger als die G7 mit 34 Bio.$. Damit umfassen sie fast 30% der Weltwirtschaft (2012 noch 19%).

Dabei ist zu bedenken, daß diese Zahlen bei den BRICS sehr stark von der Realwirtschaft geprägt sind, im Gegensatz zur transatlantischen Welt, wo Unsummen spekulativer Werte nur im Computer hin und her geschoben werden.

So entfällt auf die BRICS inzwischen ein Drittel der Industrieproduktion und die Hälfte der Agrarerzeugung der Welt. Ein bezeichnendes Beispiel: von den 76 Kernkraftwerken, die sich weltweit im Bau befinden, sind 40 in den BRICSLändern.

Und auch wenn westliche Kommentatoren schadenfroh betonen, daß sich das Wirtschaftswachstum in diesen Ländern verlangsamt hat, liegt es immer noch auf einem Niveau, von dem man in Europa seit Jahren nur träumen kann.


Von den weltweiten Direktinvestitionen 2014 zogen die BRICS 20,5% auf sich, verglichen mit 16,9% im Jahr 2009, und der Anteil der Kapitalinvestitionen der BRICS auf dem Weltmarkt stieg beträchtlich an, auf 14%, gegenüber 9,7% im Jahr 2009. Dieser Trend wächst durch die koordinierte Strategie wirtschaftlicher Partnerschaft, auf die sich die BRICS jüngst auf ihrem Gipfel im russischen Ufa einigten, bei der realwirtschaftliche Investitionen in Infrastruktur und Warenhandel besonders gefördert werden.

Südafrikas Präsident Jacob Zuma betonte in einer Parlamentsrede am 6.8. erneut, daß sein Land von der neuen BRICS-Entwicklungsbank, die ab Jahresende Projekte zur Finanzierung auswählen wird, stark profitieren wird.

Fortschritte werden auch bei Chinas Vorhaben der Neuen Seidenstraße («Ein Gürtel, eine Straße») vermeldet. In der ersten Jahreshälfte 2015 entfielen nach Angaben des Handelsministeriums mehr als ein Viertel der chinesischen Exporte auf die Länder entlang der Neuen Seidenstraße, nämlich 295,8 Mrd.$ oder 27,6%. Die Importe aus diesen Ländern betrugen 189,6 Mrd.$, 23,4% der Gesamtsumme.

Die Direktinvestitionen chinesischer Unternehmen in den 48 Ländern von «Gürtel und Straße» im ersten Halbjahr betrugen 7,1 Mrd.$, 22% mehr als im Vorjahreszeitraum.



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Caroline Hartmann redigiert den wöchentlichen Newsletter des Schiller-Instituts e.V., aus dem dieser Text entnommen ist. Das Schiller-Institut mit Sitz in Laatzen bei Hannover wurde 1984 gegründet und wendet sich «gegen die trotzigen Anmassungen der Fürstengewalt» (Schiller).


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13. August 2015
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