Chinesische Angebote fur Trumps Infrastrukturaufbau in Amerika

Wichtige Institutionen und Persönlichkeiten aus China nehmen Präsident Trumps Angebot zur Beteiligung am Wiederaufbau der Infrastruktur in Amerika ernst und unterbreiten konkrete Finanzierungsangebote.

Der Chef der staatlichen China Investment Corporation (CIC), Ding Xuedong, schlug in einer Rede vor dem Asia Financial Forum in Hongkong am 16.1. eine vielversprechende, neuartige Herangehensweise vor. Wie die South China Morning Post und andere Medien berichteten, möchte die CIC ihren Besitz an US-Staatsanleihen in Investitionen zum Infrastrukturaufbau in den USA umwandeln http://www.scmp.com/business/companies/article/2062593/chinas-sovereign-wealth-fund-wantsinvest-us-infrastructure.

Ding rechnet mit einem gewaltigen Investitionsbedarf für die Schaffung einer neuen, modernen Infrastruktur in den USA - 8 Bio. $ - und er betonte, die US-Regierung und private Unternehmen allein könnten dies nichtleisten und seien daher auf ausländische Investitionen angewiesen. Die CIC möchte auch in die US-Industrie investieren.
Die CIC besitzt derzeit 50 Mrd.$ an US-Staatsanleihen, insgesamt halten chinesische Institute 1,14 Bio.$, aber die Rendite dieser USBonds ist niedrig bei fallender Tendenz. Deshalb prüft die CIC Alternativen wie die Umwandlung in Infrastrukturinvestitionen in den USA. Ding ist auch Chef der großen Investmentbank China International Capital Corporation (CICC), die ebenfalls über einen erheblichen Besitz an US- Staatsanleihen verfügt.

Der chinesische Starunternehmer Jack Ma, Gründer der Internet-Handelsplattform Alibaba, der kürzlich Donald Trump getroffen hat, äußerte sich in eine ähnliche Richtung. In seinem Redebeitrag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos am 18.1. legte auch er besonderen Wert auf das Thema Infrastruktur. So sagte Ma: „Im Laufe der letzten Jahre führten die Amerikaner 13 Kriege und gaben dafür 14,2 Bio.$ aus. Was wäre, wenn sie einen Teil des Geldes dafür ausgegeben hätten, ihre Infrastruktur aufzubauen, und um Angestellten und Arbeitern zu helfen? Egal was der strategische Nutzen ist, man sollte Geld für das eigene Volk ausgeben… Und das andere Geld, das mich neugierig macht: Als ich jung war, hörte ich über Amerika ständig von Ford und Boeing und all den großen Industrieunternehmen. In den letzten 10-20 Jahren hörte ich immer nur vom Silicon Valley und der Wall Street. Und was ist passiert? Das Jahr 2008: die Finanzkrise löschte allein in den USA 19,2 Bio.$ aus und vernichtete weltweit 34 Millionen Arbeitsplätze.
Was also, wenn das Geld, das man an der Wall Street und im Nahen Osten ausgab, statt dessen im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten ausgegeben hätte, um dort die Industrie aufzubauen? Das könnte viel ändern.“


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Caroline Hartmann redigiert den wöchentlichen Newsletter des Schiller-Instituts e.V., aus dem dieser Text entnommen ist. Das Schiller-Institut mit Sitz in Laatzen bei Hannover wurde 1984 gegründet und wendet sich «gegen die trotzigen Anmassungen der Fürstengewalt» (Schiller).


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27. Januar 2017
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