Die Chemie kontrolliert unser Essen – Bauern und Bürger wehren sich

Der vergiftete Apfel aus Grimms Märchen Schneewittchen ist Realität geworden: Nur fünf Unternehmen teilen sich 95 Prozent des Marktes für Gemüsesaatgut in ganz Europa. Drei davon wurden 2016 von Global Playern aus der chemischen Industrie übernommen: Monsanto, Syngenta und DuPont/Pioneer. Die Grossen wollen zukünftig bestimmen, was gezüchtet werden darf und was nicht. Das Geschäft mit Pestiziden winkt; das lässt nichts Gutes für Schneewittchen hoffen.

Daher demonstrieren Bäuerinnen und Bauern auch am 21.Januar 2017 in Berlin wieder dafür, die Landwirtschaft aus den Klauen der Chemie-Riesen zu befreien. Der Zorn wächst; denn diese Konzentration von Marktmacht entfacht eine Dynamik, die sogar die Regeln der Marktwirtschaft ausser Kraft setzt und von der Demokratie nicht mehr beherrscht werden kann. Eigentlich gibt es für solche Fälle in Deutschland das Kartellrecht. In einer Demokratie sollte es im Prinzip möglich sein, Fusionen und Übernahmen wie die von Monsanto durch Bayer abzulehnen. Das Umweltinstitut München e.V. fordert daher im Rahmen der Aktion Schluss mit dem Agra-Monopoly das Kartellamt auf, „keine weitere Konzentration auf dem Saatgutmarkt zuzulassen, sondern diese Megakonzerne zu entflechten.“ Mitmachen kann man bei: www.umweltinstitut.org.

Infos zur Demo in Berlin:
„Wir haben Agrarindustrie satt – gemeinsam für gesundes Essen, bäuerlich-ökologischere Landwirtschaft und fairen Handel“
Zeit: 21. Januar um 12 Uhr
Ort: Berlin, Potsdamer Platz
Weitere Infos: http://www.wir-haben-es-satt.de/