Drogen ohne Strafe

Vor zehn Jahren hat Portugal den Erwerb und Gebrauch jedweder Droge entkriminalisiert – und ist trotzdem nicht zum Drogenparadies verkommen. Kürzlich schrieb das Europäische Beobachtungszentrum für Drogen und Drogenabhängige (EMCDDA) in einem Bericht, die Rate an Drogenkonsumenten «ist niedriger als der europäische Durchschnitt und viel niedriger als bei seinem europäischen Nachbarn Spanien.»

Das Gesetz war eine Antwort auf den hohen Heroinkonsum und die Probleme mit AIDS in den späten 80er Jahren. Portugal wählte einen Weg, der Gesundheitsorientierung vor Strafe setzt und bei dem der Konsument nicht als Verbrecher, sondern als Patient betrachtet wird. So kommt, wer beim Konsum erwischt wird, nicht mehr vor ein Gericht, sondern vor ein regionales Komitee, in dem Rechtsexperten, ein Sozialarbeiter und ein Arzt über die Folgen entscheiden: eine Therapie, gemeinnützige Arbeit oder Geldbussen. Seither ging die Zahl der drogenbedingten Todesfälle stark zurück, wie auch die unter Drogeneinfluss ausgeübte Kriminalität.
 
Bis heute wird das Thema jedoch in der Öffentlichkeit kaum diskutiert und es gib zu wenig Statistiken die nachweisen, wie die Gesetzte das Konsumverhalten beeinflussen. Was uns Portugal jedoch bewies ist, dass eine Entkriminalisierung von Drogen nicht deren Konsum erhöht.

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