Finanzmarkt soll Gesellschaft unterstützen, nicht beherrschen

Angesichts der Schieflage an den internationalen Finanzmärkten fordern 60 Wirtschaftswissenschafter und Attac eine Rückkehr zu einer sozialeren Marktwirtschaft und eine demokratische Regulierung der Märkte.

Das aktuelle, neoliberale Finanzsystem und die krisenanfällige Finanzmarktpolitik stehen unter Beschuss von 14 europäischen Attac-Organisationen (unter anderen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich) und über 60 Wirtschaftswissenschaftern. Angesichts der Schieflage an den internationalen Finanzmärkten fordern die Experten einen umfassenden Systemwechsel. Die Rückkehr zu einer sozialeren Marktwirtschaft und eine demokratische Regulierung der Märkte seien nötig, um Krisen wie das Subprime-Debakel 2007 oder das Platzen der New-Economy-Blase 2001 zu verhindern.

Internationale Finanzaufsicht gefordert
"Die Finanzmärkte müssen die Realwirtschaft und die Gesellschaft wieder unterstützen, anstatt sie zu beherrschen und zu destabilisieren", meint Attac-Finanzmarktexperte Christian Schoder. Wirtschaftsrechte stünden heute im Vordergrund der Interessenpolitik in der EU, während soziale und ökologische Anliegen keine Primärziele darstellten. "In der EU sind politische Änderungen sinnvoll und möglich. Dafür muss jedoch die EU-Politik selbst neu ausgerichtet und verändert werden", erklärt Attac-Sprecher David Walch. So sei eine internationale Finanzmarktaufsicht gefordert, um "die Akteure und Produkte wirkungsvoll zu kontrollieren".

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http://www.pressetext.ch/pte.mc?pte=080609042
01. Januar 1970
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