Gentech auch in Bio-Produkten?

Die «Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft» fordert den EU-Rat auf, Ausnahme-Regelung für Zusatzstoffe zu streichen. EU-Parlament muss standhaft bleiben

Der Rat der EU-Agrarminister versucht derzeit, den Einzug der Gentechnik in
Bio-Lebensmittel über die Hintertür zu öffnen. Die Arbeitsgemeinschaft
bäuerliche Landwirtschaft (AbL) fordert den EU-Agrarrat und dessen
amtierenden Ratspräsidenten, Bundesminister Horst Seehofer, auf, dieses
Ansinnen sofort zu stoppen.

Nach Informationen der AbL will der EU-Rat im Zuge der Novellierung der
EU-Verordnung zum ökologischen Landbau einen Passus einbauen, wonach zur
Herstellung von ökologischen Lebensmitteln auch solche Zusatzstoffe
verwendet werden dürften, die aus oder mit Hilfe von gentechnisch
veränderten Organismen (GVO) hergestellt worden sind.

Dazu erklärt der AbL-Bundesgeschäftsführer Georg Janßen: "Es liegt im
Interesse der Gentechnik-Industrie, wenn die Europäischen Agrarminister ihr
über das Feld der Zusatzstoffe nun eine Tür ausgerechnet in dem Bereich
öffnen wollen, der bisher durch EU-Recht gesetzlich von der Anwendung der
Gentechnik freigehalten worden ist. Aber die Haltung der Biobauern ist klar:
Sie wollen ohne Wenn und Aber kein Einfallstor der Gentechnik in die
ökologische Land- und Ernährungswirtschaft. Und die Biobauern werden dabei
ausdrücklich von den konventionell wirtschaftenden Kollegen und Kolleginnen
unterstützt, die sich ebenfalls für eine insgesamt gentechnikfreie Land- und
Ernährungswirtschaft einsetzen."

Janßen weiter: "Wenn Bundesminister Horst Seehofer seine Bereitschaft
signalisiert hat, sich der eindeutigen Haltung der Biobauern anzuschließen,
so begrüßt die AbL das ausdrücklich. Es kommt nun darauf an, sich im
gesamten EU-Agrarrat für das Streichen des entsprechenden Passus
einzusetzen, auch gegen den Druck, der offenbar auch aus Deutschland selbst
kommt."

An die Adresse des Europäischen Parlaments richtet die AbL die Aufforderung,
in der aktuellen Auseinandersetzung mit dem EU-Rat standhaft zu bleiben und
diejenigen Kräfte im Rat zu unterstützen, die sich gegen die Aufnahme einer
Ausnahmeregelung für Zusatzstoffe aus GVO in die EU-Bioverordnung wehren.

Kontakt:
AbL - Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V.
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