Nachhaltigkeit als gewaltfreier Widerstand

Global Ecovillage Network in Palästina

Eingezwängt zwischen der israelischen Trennungsmauer und einer Chemiefabrik liegt der Bauernhof Hakoritna in Tulkarem. Sein Besitzer Fayez Taneeb und seine Frau Muna hätten fast aufgegeben, nachdem sie zweimal die Zerstörung ihres Hofes erlebten. Doch sie bauten ihn immer wieder auf und beschlossen, auf dem verbliebenen Land ein Modell für nachhaltige Anbau- und Verarbeitungstechniken aufzubauen. Unterstützt werden sie dabei vom Globalen Campus (Tamera) und vom Global Ecovillage Network. Aida Shibli: «Wir haben hier mehrfach Seminare für Studenten aus ganz Palästina gehalten, wir haben eine Biogasanlage, einen Solartrockner, Komposttoiletten und Hügelbeete aufgebaut – alles Techniken, die Bauern helfen können, bessere Qualität zu erzeugen oder umweltfreundlicher zu wirtschaften. Ich glaube fest daran, dass dieses Wissen der wirksamste Widerstand gegen die Besatzung ist. Inzwischen kennt man uns in der ganzen Westbank.» Im vergangenen Herbst kamen Wissensträger über Nachhaltigkeit aus ganz Palästina zusammen, Bauern, Vertreter der Kadoori-Agrar-Universität, Permakulturlehrer und Vertreter des Global Ecovillage Network. Kosha Joubert, Präsidentin von GEN International: «Die Verbindung von Nachhaltigkeit und Friede ist in Palästina so eng wie nirgendwo sonst auf der Welt. Es ist wichtig für die Träger der Bewegung, sich trotz aller Schwierigkeiten und Checkpoints kennenzulernen und zusammenzuarbeiten.»