Serbien schützt Whistleblower

Was ist ein Whistleblower? – Jemand der Alarm schlägt, weil es sein muss: der in die Pfeife blässt (blow the whistle), um auf etwas aufmerksam zu machen, das schief läuft, aber geheim ist.
Bestimmte Kreise wollen das nicht, deswegen haben es Whistleblower wie Julian Assange und Edward Snowden schwer – der eine sitzt in Russland, der andere seit Jahren in einer Londoner Botschaft fest. Höchste Zeit, Gesetze auf den Weg zu bringen, die solche Menschen schützen!
Ausgerechnet Serbien hat dazu einen erstaunlichen Anfang gemacht: Ein neues Gesetz bietet effektiven Schutz für Whistleblower; und das nicht nur auf dem Papier: Allein 2016 haben die Gerichte in 27 von 30 Fällen zugunsten der Whistleblower entschieden. Die Einschätzung der Whistleblower-Organisation WIN ist durchweg positiv (whistleblowingnetwork.org).  Falls das Gesetz in Europa Schule machen sollte, bestünde eine Chance: Es könnte irgendwann auch einmal in England ankommen, vielleicht sogar in den USA. – Ob Assange und Snowden das noch erleben werden, wissen wir nicht. Ein Anfang ist gemacht.
17. November 2016
von:

Über

Ingo Hoppe

Submitted by reto on Mi, 09/27/2017 - 11:19

Ingo Hoppe 
studierte Philosophie und Geschichte in Basel; seit 1999 als freier Journalist unterwegs. Die Universitätsreform (Bolognaprozess) verarbeitete er in dem Buch: Der freiheitliche Universitätsbegriff Wilhelm von Humboldts (fiu-verlag.com). Desweiteren veröffentlichte er über die Zukunftsvision des russischen Philosophen Wladimir Solowjew: Eine kurze Erzählung vom Antichrist (urachhaus.de). Aktueller Schwerpunkt ist die Erforschung spiritueller Inhalte in Filmen und Computerspielen (siehe ZP 145 Krieg der Götter und ZP 149 Ihr seid Götter). – Ingo Hoppe hält auf Anfrage Vorträge zu zeitgeschichtlichen, philosophischen und spirituellen Themen. 
 

ingo.hoppe@zeitpunkt.ch