Voice of Russia: Giftgasangriff war «schwarze Operation» der Saudis

Während führende russische Politiker sich sehr für eine politische Lösung der syrischen Krise einsetzen, besonders durch das Vorwärtstreiben einer Genf II-Friedenskonferenz, äusserte Aussenminister Sergei Lawrow Zweifel daran, dass der Westen die syrische Opposition zur Teilnahme bewegen kann.

Die Opposition ist in sich vielfach gespalten. Erst jüngst sind Teile der Freien Syrischen Armee (FSA) zu den mit Al-Kaida verbundenen Kräften übergelaufen. Andere Fraktionen sind, so wird berichtet, zur Teilnahme an einer neuen Genfer Konferenz und zu Diskussionen mit der Regierung Assad bereit.

Wie Robert Fisk vom Independent berichtet, war bereits eine Delegation der FSA in Damaskus, um Geheimverhandlungen über eine «ausschliesslich syrische» Lösung für den Konflikt zu führen, d.h. eine Lösung ohne die Dschihadisten, von denen die meisten Ausländer sind.


In diese Lage schlug ein Bericht von Voice of Russia vom 4.10.  wie ein Blitz ein. Darin wurde ein Sabotageteam der Saudis für den Giftgasangriff am 21.8. in Al Ghouta, dem Vorort von Damaskus, verantwortlich gemacht. Unterstützt wurde die Attacke von der Gruppe Liwa Al-Islam, ebenfalls eine Schöpfung der Saudis.
Die neuen Beweise und Aussagen russischer, syrischer und weiterer Quellen, darunter auch Mitglieder der syrischen Opposition, werden nun Regierungen in der ganzen Welt vorgelegt.


Russische Quellen glauben, dass die Dschihadisten 4 Anschläge - sogar einen Giftgasangriff unter falscher Flagge - vorbereiten, um die amerikanisch-russische Vereinbarung über die Zerstörung des syrischen Giftgasarsenals zu sabotieren. Selbst John Kerry musste zugeben, dass die Vereinbarung gute Fortschritte macht.
Es ist nützlich, sich in Erinnerung zu rufen, dass die Dschihad-Rebellen, die der Westen bisher gegen Bassar al-Assad unterstützt hat, unter dem Einfluss von Abdulaziz Bin Abdullah stehen, dem Grossmufti und obersten religiösen Autorität des Königreichs von Saudi-Arabien.

Anfang Oktober forderte er erneut die Zerstörung aller christlichen Kirchen auf der arabischen Halbinsel. In Saudi-Arabien waren christliche Kirchen schon immer verboten, und Israelis bekamen noch nicht einmal ein Visum.


Doch für den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu scheint das kein Problem zu sein. Bei seiner Rede vor der UN-Vollversammlung am 1.10. verband er Israels Interessen auf unübersehbare Weise mit Wahabiten und Salafisten, als er erklärte, dass die Gefahren in der Region, einschliesslich der vom Iran ausgehenden, «viele unserer arabischen Nachbarn zu der Erkenntnis gebracht haben, dass Israel nicht ihr Feind ist.» Er begrüsste die Gelegenheit, enger mit ihnen zusammenzuarbeiten.

Caroline Hartmann redigiert den wöchentlichen Newsletter des Schiller-Instituts e.V., aus dem dieser Text entnommen ist. Das Schiller-Institut mit Sitz in Laatzen bei Hannover wurde 1984 gegründet und wendet sich «gegen die trotzigen Anmassungen der Fürstengewalt» (Schiller).


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12. Oktober 2013
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