Wanzen in Fukushima weggestrahlt

Im Umland von Fukushima lebt nur noch je eine Wanzen- und Zikadenart. Dies hat die private Forscherin Cornelia Hesse-Honegger auf ihrer jüngsten Reise nach Japan festgestellt.
Der Unfall im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi 1, verursachte nicht nur körperliche Schäden sondern auch einen gewaltigen Verlust der Artenvielfalt unter den Insekten. Ein Grossteil der Zikaden reagiert ausserdem mit dem Verlust der Pigmente im Chitinpanzer. Die Tiere sind ganz blass. Dies hat die private Forscherin Cornelia Hesse-Honegger auf ihrer jüngsten Reise nach Japan festgestellt. Die bekannte Illustratorin von deformierten Insekten aus der Umgebung von Atomkraftwerken besuchte Japan auf Einladung des 6th Citizen Scientist international Symposium on Radiator Protection, wo sie den Hauptvortrag hielt. Im Anschluss reiste sie mit Taxi und Geigerzähler durch die bis zu 10 fach über dem erlaubten verstrahlten, aber freigegebenen Gebieten ausserhalb der 20-Kilometer-Zone um das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi 1.

Was sie fand, sei «unheimlich», resümiert sie. Das ganze Gebiet sei verstrahlt, wenn auch oft unterhalb der zulässigen Grenzwerte. Sie konnte nur noch jeweils eine einzige Wanzen- und Zikadenart finden, Gattungen, die der Strahlung widerstehen konnten, wenn auch geschädigt. Andere Wanzenfamilien, wie die Baumwanzen (Pentatomidae) oder Weichwanzen (Miridae) reagieren empfindlicher auf atomare Strahlung, sind schwer geschädigt oder verschwinden ganz. Trotz des eindeutigen Befundes interessiere sich die akademische Insektenforschung nicht für das Phänomen.


Cornelia Hesse-Honegger hat für ihre 30-jährige private Forschung über die Wirkungen schwacher Strahlung auf Insekten 2015 in Washington den «Nucelar Free Future Award» erhalten. Ihre Erkenntnisse hat sie im Buch «Die Macht der schwachen Strahlung» beschrieben. Sie können die mutige Forscherin am Zeitpunkt-Apero vom 28. November in Basel kennenlernen.



Ihre nächsten Vortragstermine:
Samstag, 29. Oktober: Die unbekannte Seite der Atomkraft: Dokumentation von Strahlenschäden anhand wissenschaftlicher Zeichnungen. Vortrag von Cornelia Hesse-Honegger
Beginn 14.45 Uhr | Saalöffnung 14.00 Uhr
Kleiner Saal Gemeindezentrum Reuetobel

Samstag, 5. Nov. 2016. 10:00 bis 12:00 Uhr
im Hof zu Wil, Marktgasse 88, 9500 Wil (im Rahmen der Mitgliederversammlung der Grünen, Kt. St. Gallen)


Sonntags-Matinée 13.Nov. 11.15  im Rest. Sonne in Benken: Frau Cornelia Hesse- Honegger berichtet über ihre Studienreise in Fukushima


Cornelia Hesse-Honegger: Die Macht der schwachen Strahlung – was uns die Atomindustrie verschweigt. edition Zeitpunkt, 2016. 232 Seiten, Fr. 29.-/€ 26.-ISBN: 978-3-9523955-5-4. http://edition.zeitpunkt.ch/buch/die-macht-der-schwachen-strahlung/

Über

Christoph Pfluger

Submitted by reto on Do, 07/13/2017 - 08:33

Christoph Pfluger ist seit 1992 der Herausgeber des Zeitpunkt. "Als Herausgeber einer Zeitschrift, deren Abobeitrag von den Leserinnen und Lesern frei bestimmt wird, erfahre ich täglich die Kraft der Selbstbestimmung. Und als Journalist, der visionären Projekten und mutigen Menschen nachspürt weiss ich: Es gibt viel mehr positive Kräfte im Land als uns die Massenmedien glauben lassen".

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