Petition: die genaue Herkunft unserer Lebensmittel muss deklariert werden

Nicht überall ist drin, was drauf steht. Bis heute sind die Hersteller von Lebensmitteln nicht verpflichtet, die genaue Herkunft der Rohstoffe zu deklarieren. Eine Petition will das ändern

Wurden die italienischen Pelati mit Tomaten aus China, das Fertiggericht mit Pouletfleisch aus Brasilien hergestellt? Und woher kommt die Milch der «Petit Suisse gervais», einem Frischkäse, der in Frankreich hergestellt wird? Woher die wichtigsten Zutaten von verarbeiteten Produkten kommen, ist auf der Verpackung oft nicht aufgeführt. Deshalb lanciert die Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen eine Petition für bessere Herkunftsdeklaration.

Die Anbieter und Hersteller sind noch immer nicht verpflichtet, auf den verarbeiteten Produkten zu deklarieren, woher die Zutaten kommen. Das führt zu Intransparenz und Täuschungen: auf den Produkten ist zwar ein Produktionsland angegeben. Das lässt allerdings nicht darauf schliessen, dass die Rohstoffe für das verarbeitete Lebensmittel auch aus diesem Land stammen.

Herkunftsdeklaration ist notwendig

China ist zum weltweit grössten Produzenten von Tomaten und Äpfeln geworden. Es kann also gut sein, dass die vermeintlich italienischen Pelati zwar in Italien abgefüllt, die Tomaten aber aus China eingeführt wurden. Die Teigwaren, welche in der Schweiz hergestellt werden, können aus Hartweizen gemacht werden, welcher aus Kanada importiert wird.  In Kanada ist es noch immer erlaubt, den Weizen kurz vor der Ernte mit dem Unkrautvernichter Glyphosat zu besprühen, damit er schneller nachreift. Die Pastahersteller in Italien müssen aus diesem Grund deklarieren, woher der Weizen stammt.

Schweiz hat Chance verpasst

Auch in anderen europäischen Ländern ist eine Aufbruchstimmung zu spüren, was die Transparenz und Information bei Lebensmitteln betrifft. Die Schweiz hat es hingegen verpasst, im neuen Lebensmittelgesetz eine bessere Information der Konsumenten zu verankern. Sie wurde im Gegenteil sogar verschlechtert, indem es den Anbietern nun erlaubt ist, grosse geographische Angaben anzugeben. So kann es durchaus sein, dass auf einem Produkt beispielsweise Herkunft Schweiz, Europa und Südamerika steht – eine Information, die herzlich wenig weiterhilft.

Viele Anbieter und Hersteller bemühen sich dennoch, die Herkunft anzugeben und zeigen damit, dass es durchaus möglich ist. Mit einer Petition wollen wir die Anbieter dazu bewegen, diese Herkunftsangabe möglichst vollständig auf allen Produkten anzugeben. Denn Information schafft Vertrauen, und das ist im Lebensmittelmarkt zentral.

Jetzt die Petition unterschreiben und die Anbieter und Hersteller auffordern, die Hauptzutaten mit einem Anteil von über 50 Prozent und die Fleisch-Herkunft zu deklarieren.

Hier gehts zur Petition.

Quelle: Stiftung für Konsumentenschutz Schweiz