Schuldig gesprochen - Die Glyphosat Debatte ist zurück

Das Monsanto-Urteil in den USA lässt die Glyphosat-Debatte wieder aufleben. Frankreichs Umweltminister findet bemerkenswert deutliche Worte.

Bund Naturschutz Nabu

Monsanto wurde bekanntlich erst jüngst in den USA zu einer Strafe in Höhe von 248 Millionen Euro verurteilt. Der Richter stellte fest, dass der Konzern es versäumt hat, deutlich genug auf die gesundheitlichen Risiken hinzuweisen, die mit dem Einsatz von Glyphosat verbunden  sind. An den Börsen kam es darauf hin zu einem Kurssturz der Bayer-Aktie. Das Urteil hat die Glyphosat-Debatte in Deutschland und Frankreich wiederbelebt. Die Sprecherin der Grünen Annalena Baerbock forderte das sofortige Verbot. Ungewöhnlich deutliche Worte fand Frankreichs Minister für den ökologischen und sozialen Übergang, Nicolas Hulot, als er am 12. August dem Figaro ein Interview gab. Sein Kommentar: „Das ist der Anfang vom Ende der Arroganz, des verfluchten Pärchens Monsanto-Bayer. Das Urteil bestätigt, was die Mahner schon seit  vielen Jahren über Glyphosat sagen." Hulot bezeichnete das Urteil als wohldurchdacht und höchst willkommen, weil es endlich deutlich mache, was viel zu lange geleugnet worden sei. Die Tatsache nämlich, dass Monsanto das abscheuliche  Ziel verfolge, die Nahrungsmittel-Ressourcen der Welt, für den eigenen Vorteil auszuschlachten. Kurz zuvor hatte Hulot in einem Fernsehinterview Bayer aufgefordert, endlich das Vorsorgeprinzip walten zu lassen. Die EU ließ erklären, dass die Verlängerung der Zulassung für Glyphosat um fünf Jahre Bestand habe. Der Schweizer Bundesrat hat am 9. Mai 2018 einen Bericht über die Auswirkungen von Glyphosat in der Schweiz verabschiedet, der zu dem Ergebnis kommt, dass Glyphosatrückstände, die in vielen Schweizer Lebensmitteln gefunden worden waren, kein Krebsrisiko darstellten. Aus gesundheitlicher Sicht bestehe kein Handlungsbedarf.

14. August 2018
von: