Immer wieder ist es europäischen Medien eine Nachricht wert, dass sich ein Tokioter Unternehmen öffentlich dafür entschuldigt hat, dass ein Zug zu früh oder zu spät losgefahren ist. Wer Tokio kennt, weiß die Perfektion zu schätzen, mit der es der Stadt und ihren Unternehmen gelingt,  den dichten Verkehr zu organisieren.

Die Kunst Menschenströme sanft zu lenken, ist – wie kann es anders sein – in Japan höher entwickelt als anderswo. Zu diesem Schluss kommt  der in Japan lebende Jurist und Autor Allan Richarz in einem kleinen Aufsatz über die Psychologie  japanischer Bahnhöfe und zeigt an einigen Beispielen auf, wie das geht. Die Selbstmordrate in Japan ist vergleichsweise hoch und nur allzu gerne werfen sich Lebensmüde vor die Bahn. Das geschieht im Durchschnitt einmal am Tag.

23. September 2018vonAllan Richarz