Streitschrift: Welternährung nur ökologisch möglich

Immer wieder versuchen Lobbyisten der industriellen Landwirtschaft den Eindruck zu erwecken, dass nur sie die Welt ernähren können. Warum das falsch und gefährlich ist, und warum nur eine ökologische Landwirtschaft die Welt ernähren kann, erläutert eine Streitschrift, die das Institut für Welternährung jetzt vorgelegt hat.

cc: Die freien Bäcker

Anlässlich des Welternährungstages hat ein breites Bündnis an politischen Akteuren eine Streitschrift vorlegt. Sie fordern eine weltweite Agrarwende, weil nur eine ökologische Landwirtschaft die 10 Milliarden Menschen ernähren können wird, die bald auf der Erde leben.

Gegen die industrielle Landwirtschaft spricht: Sie zerstört ihre eigenen Grundlagen. Sie zerstört die Wasservorräte. Sie beschleunigt den Artenschwund. Sie erschöpft Nährstoffreserven. Sie fördert Antibiotikaresistenz. Sie überschreitet die Grenzen des Planeten. Sie gefährdet die Ernährungssicherheit. Sie begünstigt Handelsmonopole und fördert Manipulation und Spekulation.  Sie verschärft globale Klimarisiken. Sie versagt als Strategie zur Ernährung des globalen Südens. Sie verstärkt die Fluchtursachen.

Die Streitschrift räumt mit  Vorurteile gegenüber der ökologischen Landwirtschaft auf und erklärt, warum auch die sogenannte „Hoch-Präzisions-Landwirtschaft“ keine Lösung ist.  Sie informiert sie über die große Bandbreite ökologische Agrar-Systeme, die inzwischen weltweit erfolgreich erprobt wurden und erklärt, nur sie den Hunger besiegen und die Landbevölkerung weltweit aus der Armut führen können.  

Als Wege aus der weltweiten Agrarkrise empfehlen die Autoren folgende Schritte: Desinvestment aus den Aktien der Agrarindustrie; Vorbilder schaffen; ein Bundesprogramm „Regionale, Bio und Fair“ auflegen;  Multiresistenzen radikal bekämpfen und Antibiotika in der Tierhaltung verbieten;  Insekten retten und Pestizide ächten. Und: Landwirte  für Fehlinvestitionen entschädigen, denn die „Fehlentscheidungen sind ihnen nicht anzulasten, sondern der deutschen und europäischen Agrarpolitik. Die hat über Jahrzehnte hinweg die falschen Leitbilder propagiert. Nur die Entlastung von diesen Verbindlichkeiten wird es den bäuerlichen Betrieben ermöglichen, dem Zwang zum „weiter so“ zu entkommen und in einen ökologischen Neubeginn zu investieren.“