Integrale Politik und Migration: von der Abschottung zur Gastfreundschaft

An ihrem ersten Parteitag von Mitte November hat sich die «Integrale Politik Schweiz» (IP) mit dem heissen Thema «Migration» befasst, an dem sich das Wesen integraler Politik beispielhaft zeigt. Während sich die konventionellen Parteien auf Flüchtlingszahlen, Asyl-Status oder Finanzfragen konzentrieren, versucht die IP aus einer «Intelligenz des Herzens» zu neuen Lösungen zu kommen.
«Uns Menschen, die wir in der Schweiz Wohnsitz haben, geht es im globalen Vergleich in vielen Beziehungen ausgezeichnet», sagte Co-Präsident Gary Zemp am Parteitag. «Gerade dieser besondere Wohlstand ist aber auch eine besondere Verpflichtung, mit Freude unseren Überfluss zu teilen. Es ist nämlich kein Grundrecht, in der Schweiz geboren zu sein.» Als Folge will die IP die «angst- und abschottungsgeprägte Haltung unseres Landes» in ein «Klima der Gastfreundschaft und der Freude an der Bereicherung unseres Lebens durch die Integration von Menschen aus anderen Kulturen» transformiert werden. Dazu gehört, Asylanten als «diejenigen von uns, die aus weniger priviligierten Ländern stammen» wahrzunehmen. Natürlich erwartet auch die IP, dass Ausländer unsere Sprache lernen und sich an die Gesetze halten, aber unter «Wahrung ihrer kulturellen, religiösen und sozialen Identität».

Konkret schlägt die IP u.a. vor:
• Entkriminalisierung der Sans-papiers
• Friedensförderung in der Schule
• Verstärkung der Friedenspolitik; Armee soll eine «Friedensmiliz» werden
• Zuteilung von Mentoren an die Asylsuchenden
• eine nach Aufenthaltsdauer gestaffelte Gewährung von politischen Rechten
• konkret gelebte Gastfreundschaft (dazu lanciert die IP ein Projekt)
Wie die IP ihre Vorschläge in die Politik einbringen will, ist noch offen. Die Partei ist bis jetzt in den eidgenössischen und kantonalen Parlamenten nicht vertreten.  

Das Positionspapier der IP sowie die am Parteitag gehaltenen Kurzreferate sind auf der Website der IP zu finden: http://www.integrale-politik.ch/de/iperleben/ip-tag-19-11-2011.html


Werner Kaiser, Gründungsmitglied der IP, beschreibt in einem vor kurzem erschienenen Buch die geistigen Grundlagen der Integralen Politik auf der Basis der Arbeit des Kulturphilosophen Jean Gebser. Es will Menschen, die auf eine konstruktivere und menschenfreundlichere Politik warten, eine zukunftsoffene Perspektive anbieten.
 
Werner Kaiser: Integrale Politik – neue Politik für eine neue Zeit. 2011. 80 S. Fr. 9.90. Bezug: Integrale Politik, Breisacherstr. 43, 4057 Basel, Tel. 061 811 39 49, www.integrale-politik.ch
11. Dezember 2011
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Christoph Pfluger

Submitted by admin on Do, 07/13/2017 - 08:33

Christoph Pfluger ist seit 1992 der Herausgeber des Zeitpunkt. "Als Herausgeber einer Zeitschrift, deren Abobeitrag von den Leserinnen und Lesern frei bestimmt wird, erfahre ich täglich die Kraft der Selbstbestimmung. Und als Journalist, der visionären Projekten und mutigen Menschen nachspürt weiss ich: Es gibt viel mehr positive Kräfte im Land als uns die Massenmedien glauben lassen".

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