Bafu: Bunte, informative Illustrierte

Gefälliger, bildstärker und mit Interview erscheint jetzt das Magazin „Umwelt“ des Bundesamts für Umwelt Bafu. Nummer 1/09 mit Schwerpunkt „Natürliche Ressourcen in der Schweiz“ kommt als Pilotnummer im neuen Kleid.

Grossflächige Bilder und grosszügiges Layout mit mehr Leerräumen ersetzen die frühere Tendenz zu Textlastigkeit, die Rubrikenphilosophie ist überarbeitet, auf Werbung wird auch weiterhin verzichtet. Man will laut Redaktionsleiter Georg Ledergerber moderner, zeitgemässer und leserfreundlicher werden sowie das Bafu-Magazin „dem einheitlichen Erscheinungsbild der übrigen Amtspublikationen angleichen.“

Bundesrat und Club of Rome
Martin Lees, Generalsekretär des Club of Rome, stellt im Interview über „Globale Ressourcenkrise“ unter anderem fest: „Wir leben über unsere ökologischen Verhältnisse.“ Im Editorial findet Verkehrs-, Energie- und Umwelt-Bundesrat Moritz Leuenberger wie so oft schöntuerisch-schwärmerische Worte zum Thema.

Selbstdarstellung
Der Inhalt ist immer noch derselbe: journalistisch aufbereitete Mitteilungen über Aktivitäten, Projekte und Politik des Bafu, die Agenda wurde ins Netz gezügelt. Schwerpunkthema der aktuellen Nummer ist „Ressourcen zum Leben“ mit den Unterthemen Ressourcenkrise als Chance / Ressourceneffizienz / Artenreichtum / Umweltqualität als Standortvorteil. Das Amt will sich heute „von der traditionellen Umweltpolitik zur umfassenden Ressourcenpolitik“ weiterentwickeln.

Ressourcen- statt nur Umweltpolitik
Die „Grenzüberschreitende Ressourcenpolitik“ des Bafu ist im Magazin auch umrissen und beschrieben. Das Bundesamt sieht grenzüberschreitende Abkommen in den Bereichen Klimaerwärmung, Artensterben, Verlust der Tropenwälder, Ausbreitung der Wüsten als wichtige Instrumente und befürwortet starke Umweltinstitutionen, fortschrittliche technische Standards und „Handelsregeln, welche die Erhaltung der natürlichen Ressourcen fördern und nicht noch zusätzlich erschweren“ (Alexander Kopp, Bafu Abteilung Internationales).


Schwerpunkte der Arbeit des Amts wie in „Umwelt“ 1/09 beschrieben:

- Klimaschutz und Biodiversität

- Förderung einer nachhaltigen Bewirtschaftung von Wäldern und Wasserressourcen

- Einsatz für ein griffiges Abfall- und Chemikalienregime

- „Wichtiges Anliegen“  bildet die „Umsetzung der Millenniumsziele in Übereinstimmung mit dem Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen in den Entwicklungs- und Schwellenländern“

- Von der Schweiz geleitete Taskforce im Bereich öffentliche Beschaffung unter anderem für nachhaltige Produkte und Herstellungsverfahren

- Initiative der Schweiz zur Verankerung globaler Umweltziele

- Förderung des Technologie- und Wissenstransfers und Unterstützung des globalen Umweltfonds (GEF), „der vorab in der Dritten Welt entsprechende Projekte finanziert“


Kein Klartext bei der Ressourcengerechtigkeit
Von Ressourcengerechtigkeit, also vom gleichen Recht auf Verbrauch der Länder der Dritten Welt, sprechen dieser konstituierende Text und das ganze Heft nicht, das Thema wird in den „Schwerpunkten“ nur gestreift. Man will wohl neoliberale und neokolonialistische Machtträger und Interessenvertreter nicht provozieren.

Bisher noch gratis
Bisher war das Magazin „Umwelt“ im Abo gratis. Das kann sich auch ändern. Die Verwaltung muss vermehrt sparen und Dienstleistungen verrechnen: Vielleicht flattert den Abonnenten des Gratismagazins deshalb für das aufgemöbelte Heft bald eine Rechnung ins Haus.

db.

Magazin „Umwelt“ online:
www.umwelt-schweiz.ch/magazin2009-1