Am Donnerstagabend versammelten sich rund 300 Menschen aus dem antimilitaristischen, antifaschistischen und pazifistischem Spektrum bei regnerischem Wetter am Brandenburger Tor. Aus Teelichtern hatten sie ein grosses Peace-Symbol geformt. «Weder Putin – noch Nato», diese Botschaft war auf dem grossen Transparent zu lesen. Sie war auch Konsens unter den Teilnehmer:innen der Kundgebung, zu der unter anderem die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner. die Vereinigung der Verfolgten das Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA), die christliche Friedensorganisation Pax Christi und die Organisation Connection aufgerufen hatten.
In seiner Rede rief Rudi Friedrich von Connection dazu auf, Deserteure und Kriegsdienstverweigerer aus Russland, Belarus, aber auch aus der Ukraine zu unterstützen. Friedrich nannte mehrere Beispiele von russischen Kriegsgegnern, denen Deutschland Asyl verweigert. Auch in der Ukraine verweigern Tausende den Militärdienst, berichtete Friedrich. Dienstverpflichtet werden können aber auch Krankenschwestern, auch sie dürfen wie Männer unter 60 Jahren das Land nicht verlasen, weil sie dem Militär zur Verfügung stehen müssen.
Friedrich bekräftigte hingegen das Recht jedes Menschen, den Kriegsdienst zu verweigern. Dass im «Manifest für Frieden» (Wagenknecht, Schwarzer) die Forderung fehlt, den Kriegsverweigerern Asyl zu gewähren, sei Anlass für Kritik.