Russland weitet Flüssiggasexporte nach Europa aus

Der Flüssiggassektor in Russland blieb von Sanktionen weitgehend verschont. Jetzt verzeichnet die LNG-Branche beim Export nach Europa wichtige Erfolge, schreibt Alexander Männer
Veröffentlicht: 15. Dec 2023 - Zuletzt Aktualisiert: 15. Dec 2023

Wie vor wenigen Wochen bekannt geworden, geht mittlerweile fast die Hälfte der russischen LNG-Lieferungen in die EU-Länder. Diese wurden zum größten Abnehmer für verflüssigtes Erdgas aus Russland und sichern so eine dessen wichtigsten Einnahmequellen. Die EU gab allein in den ersten neun Monaten dieses Jahres etwa sechs Milliarden Euro dafür aus - und nimmt damit mehr als die Hälfte der russischen Exporte ab.

Ein derartiger Exportanstieg wäre ohne eine massive Ausweitung der Produktion von Flüssiggas im Land nicht möglich gewesen, schreibt Eurobrics. Nach Angaben von «Rossat», dem Russischen Föderalen Dienst für staatliche Statistik, sei die LNG-Produktion in Russland 2022 um acht Prozent auf einen Rekordwert von knapp 32 Millionen Tonnen gestiegen. Laut Prognosen wird auch in diesem Jahr ein Zuwachs erwartet, und zwar von mehr als fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Eurobrics weiter: «Bis 2030 wollen die Russen die jährliche Produktion auf 100 Millionen Tonnen steigern, was in etwa 140 Milliarden Kubikmeter Pipelinegas entspricht. Damit wären sie in der Lage, nicht nur die bestehenden Lieferungen nach Europa erheblich zu erhöhen, sondern auch neue und dringend benötigte Absatzmärkte zu erschließen. In der Perspektive könnte Russland die Vereinigten Staaten von der Position des weltgrößten LNG-Exporteurs verdrängen.»

Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, müssten sowohl die bestehenden Projekte zur LNG-Produktion ausgeweitet als auch neue Projekte realisiert werden. Diesbezüglich arbeite das russische Energieministerium unlängst an der technologischen Entwicklung der Branche und plane zudem den Bau von neuen LNG-Werken mit insgesamt 18 neuen Gasverflüssigungsanlagen.


Lesen Sie im Zeitpunkt auch:

 

Deutschland wird ab 2026 relativ geringe Mengen Erdgas aus Qatar erhalten und muss sich auf eine Vertragslaufzeit einlassen, die offen der Energiewende zuwiderläuft.

Die Kosten der Sanktionen tragen Länder des globalen Südens

Der Sechs-Punkte-Plan der RAND Corporation zur «Erweiterung» Russlands