Britischer Think Tank Policy Change fordert Smartphone-Verbote
Kinder an Schulen mit einem wirksamen Verbot erzielten Ergebnisse, die 1–2 Noten besser waren als Kinder an Schulen mit laxeren Richtlinien.

Eine Studie der konservativen britischen Denkfabrik Policy Exchange[1] – unterstützt von dem führenden Psychologen und Bestsellerautor Professor Jonathan Haidt – untersuchte den Zusammenhang zwischen Smartphone-Nutzung und Lernleistungen und die Wirksamkeit von Smartphone-Verboten in Schulen. Zur Präsentation dieses Reports hat die Policy Exchange Jonathan Haidt, der auch Autor des Bestsellers „Generation Angst“ ist, zu einem Vortrag eingeladen.

Die Ergebnisse des Reports, die auf Untersuchungen an Grund- und Sekundarschulen in England, Schottland, Wales und Nordirland basieren, zeigen, dass Sekundarschulen mit einem wirksamen Handyverbot von Ofsted (Office for Standards in Education, Children’s Services and Skills, Amt für Standards in Bildung, Kinderbetreuung und Kompetenzen) mehr als doppelt so häufig als „hervorragend“ eingestuft werden wie Schulen ohne Smartphoneverbot.

Kinder an Schulen mit einem wirksamen Verbot erzielten Ergebnisse, die 1–2 Noten besser waren als Kinder an Schulen mit laxeren Richtlinien.

Der Policy Exchange Report empfiehlt:

  • Schulleiter sollten Verbote für Mobiltelefone einführen. Damit diese Verbote möglichst wirksam sind, wird empfohlen, dass die Telefone zu Beginn eines jeden Tages abgegeben oder in Schließfächern, Beuteln (oder Ähnlichem) aufbewahrt werden oder alternativ vom Schulgelände verbannt werden.
  • Die Regierung sollte sorgfältig überwachen, ob Schulen wirksame Verbote für Telefone umsetzen oder nicht, und wenn sich die Situation innerhalb eines Jahres nicht verbessert, sollten die aktuellen Leitlinien gesetzlich vorgeschrieben und verbindlich werden.
  • Für Ofsted, die erhobenen Erkenntnisse über Mobiltelefone in seinen Bildungsinspektionsrahmen und die Ausbildung der Inspektoren aufzunehmen.
  • Für Anbieter von Lehrerfortbildungen, sicherzustellen, dass sie die neuesten Erkenntnisse über Mobiltelefone, soziale Medien und psychische Gesundheit in ihre Lehrpläne aufnehmen. Dies sollte auch die Vermittlung von effektiven Modellen für Handyverbote und deren Durchsetzung beinhalten.
  • Für die Kinderbeauftragte, ihre gesetzlichen Befugnisse zu nutzen, um die Erkenntnisse diese Berichts auf eine viel größere Anzahl von Schulen anzuwenden.
  • Die Education Endowment Foundation sollte weitere Untersuchungen durchführen, um die Auswirkungen wirksamer Handyverbote auf die schulische Leistung, den Lernerfolg der Schüler, die psychische Gesundheit und das Mobbing zu bewerten und zu untersuchen.

Im Februar 2024 veröffentlichte die konservative Regierung eine Leitlinie, die die Schulen anregen soll, die Smartphone-Nutzung im Unterricht und in den Pausen einheitlich zu verbieten.

Ab September 2025 wird Barnet / Nordlondon als erster Bezirk im Vereinigten Königreich Smartphones in allen seinen Schulen verbieten. Diese Regelung betrifft etwa 60.000 Schüler in 126 Grund- und weiterführenden Schulen. Eltern werden zudem ermutigt, die Vergabe von Smartphones an ihre Kinder bis zum Alter von mindestens 14 Jahren zu verzögern und die Nutzung sozialer Medien bis zum Alter von 16 Jahren einzuschränken (Daily Mail, 15.02.2025, Deutsches Schulportal).