EU bereitet Gegenwehr vor: Sondergipfel zu Trumps Zolldrohungen im Grönland-Streit

Brüssel erwägt milliardenschwere Gegenzölle und den Einsatz der „Handels-Bazooka“ – zugleich wird weiter auf Dialog mit Washington gesetzt

Nach neuen Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump steuert die EU auf eine politische und wirtschaftliche Konfrontation mit den USA zu. Anlass ist Trumps Forderung, Grönland unter US-Kontrolle zu bringen, flankiert von angekündigten Strafzöllen auf europäische Waren. Beim EU-Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs sollen mögliche Gegenmassnahmen beraten werden. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident António Costa betonen, man werde wirtschaftliche Interessen und die Souveränität Dänemarks und Grönlands entschlossen verteidigen.

Trump plant ab Februar zehn Prozent, ab Juni 25 Prozent Zoll auf Importe aus mehreren Nato-Staaten. Die EU prüft nun den Einsatz des Anti-Coercion-Instruments, das Vergeltungszölle, Marktbeschränkungen und den Ausschluss US-Firmen von öffentlichen Aufträgen erlaubt. Zudem könnten bereits beschlossene Gegenzölle auf US-Waren im Wert von 93 Milliarden Euro automatisch wieder in Kraft treten.

Gleichzeitig halten europäische Regierungen Gesprächskanäle offen. Nato-Generalsekretär Mark Rutte und der britische Premier Keir Starmer telefonierten mit Trump und warnten vor einer Eskalation unter Bündnispartnern. Die USA rechtfertigen ihre Grönland-Pläne mit Sicherheitsinteressen in der Arktis. Der Konflikt belastet auch einen geplanten EU-USA-Zolldeal, für den im Europaparlament vorerst keine Mehrheit mehr erwartet wird.